Yokohama Triennale

Kunst als Zeichen der Zuversicht

Von dem großen Erdbeben am 11. März dieses Jahres, der Flutwelle und der Verseuchung durch die zerstörte Atomanlage in Fukushima war die Region Yokohama kaum betroffen, und doch sah es zunächst so aus, als fiele die für August geplante 4. Yokohama Triennale aus. Zahlreiche Ausstellungen wurden in Japan zuletzt abgesagt, berichtet die künstlerische Leiterin der Triennale, Akiko Miki.

Zu den ethischen Fragen kämen auch technische Probleme: Einige Länder haben ihre Importbestimmungen für Japan verschärft, Kunstversicherer er­höhten die Preise, der Strom ist rationiert. „Niemand kann diese Katastrophe ignorieren“, sagt Miki, „aber durch viele Gespräche mit Künstlern bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass es wichtig ist, die Triennale durchzuziehen.“

Der Titel der Großausstellung musste gar nicht verändert werden: „Our Magic Hour – How Much of the World Can We Know?“ will unser Verhältnis zur Natur ausloten. Aber viele Künstler haben nach den Ereignissen vom 11. März neue Werke angefertigt oder ihre Arbeiten erweitert.

Ausgestattet mit einem GPS, ist Jun Nguyen-Hatsushiba nach dem Beben zusammen mit Bewohnern Yokohamas durch die Stadt gejoggt: Die aufgezeichnete Strecke ergibt das Bild von Kirschblüten, Symbol für Lebenskraft, Geist und Gedenken. Und Yoko Ono zeigt eine neue Version ihres „Telephone Piece“: Im Ausstellungsraum klingelt zu unbestimmter Zeit ein Telefon, wer den Hörer abnimmt, kann mit der Künstlerin sprechen. Außerdem installiert sie an der Fassade des Yokohama Museum of Art ein Banner mit dem Schriftzug „DREAM“.

Werke von rund 70 Künstlern werden in dem Museum und im Hafengebiet gezeigt, aus Deutschland sind Carsten Nicolai, Tobias Rehberger und Björn Dahlem dabei. „Natürlich fällt es schwer, in diesem Kontext eine Ausstellung zu stemmen“, sagt Akiko Miki. „Aber ich glaube, dass wir den Menschen mit der Kunst Hoffnung und Zuversicht geben können.“

Yokohama Triennale, 6. August bis 6. November

Drucken

ANZEIGE

Weitere Artikel aus Interpol