Berlinerin wird erste Professorin

Kunsthochschule Kassel richtet Documenta-Professur ein

Kassel (dpa) - Die Berliner Kunsthistorikerin Dorothea von Hantelmann wird erste Documenta-Professorin an der Kunsthochschule Kassel. Die zunächst auf zwei Jahre angelegte Gastprofessur solle dazu beitragen, die Documenta in den Jahren zwischen den Ausstellungen sichtbarer zu machen, teilte die Universität am Donnerstag mit.

   Die weltweit wichtigste Schau zeitgenössischer Kunst wird alle fünf Jahre in Kassel veranstaltet, das nächste Mal vom 10. Juni bis zum 17. September 2017. Zum Ende dieses Jahres soll feststehen, wer künstlerische Leitung der Documenta 14 übernehmen wird.

   Hantelmann will von Oktober an vor allem mit dem Documenta-Archiv arbeiten, das außer Akten der Documenta-Organisation auch rund 30 000 Fotos und 2000 Videos beherbergt. «Wir wollen das, was an Material und Forschungsergebnissen vorhanden ist, zeigen, zugänglich machen und darüber mit Bürgern und Künstlern diskutieren», sagte sie.

   Zuletzt war die 43-Jährige an der Freien Universität Berlin und davor unter anderem als Wissenschaftlerin am Museum of Modern Art in New York tätig. Schwerpunkt ihrer Forschung ist die Geschichte und gesellschaftliche Funktion von Museen und Ausstellungen.

   Hantelmann hatte bereits zur Documenta 13 im vergangenen Jahr eines von insgesamt 100 Notizbüchern geschrieben. Darin geht es um die Frage, warum ausgerechnet die Künstlerische Leiterin der Documenta 13, Carolyn Christov-Bakargiev, im Vorfeld der Schau von der «Obsoletheit der Ausstellung» gesprochen hatte.

   «Die Einrichtung einer Documenta-Professur ist ein erster Mosaikstein in dem jahrelangen Bemühen, die Documenta als Institution auch zwischen den Ausstellungen zu verstetigen und damit zu etablieren», sagte der Geschäftsführer der Documenta, Bernd Leifeld.

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