Streit um Kunstversteigerung

Direktor des Museum Ludwig appelliert an WDR

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Nach Staatsministerin Monika Grütters wendet sich nun auch Yilmaz Dziewior, Direktor des Kölner Museum Ludwig, in einem offenen Brief an Tom Buhrow, den Intendanten des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Der Museumschef will dadurch die geplante Versteigerung von Kunstwerken aus dem Besitz des Senders verhindern.

Yilmaz Dziewior fordert in seinem Brief dazu auf, "die geplante Versteigerung der durch den WDR über viele Jahre erworbenen Kunstwerke zu unterbinden." Dabei handelt es sich um insgesamt 50 Werke,die kommendes Frühjahr im Auktionshaus Sotheby's in London versteigert werden sollen.

Dziewior beruft sich auf die langjährige Beziehung des WDR und seines Hauses, aus der auch Werke für die Sammlung des Museum Ludwig hervorgegangen seien. "Bevor Arbeiten von so bedeutenden  Künstler wie Ernst Ludwig Kirchner und Max Beckmann aus der Sammlung des WDR kurzerhand auf den Markt gebracht werden, bitte ich Sie, Rücksprache mit dem Museum Ludwig zu halten", heißt es weiterhin. Dziewior plädiert schließlich für eine Einigung im Sinne der Kunst bei einem gemeinsamen Treffen.

Als der Westdeutsche Rundfunk vergangene Woche sein Vorhaben bekannt machte, sorgte die Meldung für Aufruhr. In der Sammlung sollen sich vier Werke mit geschätzten Einzelwerten im siebenstelligen, beziehungsweise sechsstelligen Bereich befinden. Dass die Kunstwerke aus den Einnahmen überschüssiger Rundfunkgebühren angeschafft wurden und nun im Rahmen von Sparmaßnahmen verkauft werden sollen, stößt vielen auf.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bezeichnete die Auktion in einem Brief an Buhrow als "rücksichtlos gegenüber der Kunstgeschichte, gegenüber der eigenen und der Sammlungsgeschichte des Rheinlandes und gegenüber der Öffentlichkeit".

Das Land Nordrheinwestfalen hatte erst im vergangenen Herbst für Kritik gesorgt, als zwei Andy Warhol Bilder eines landeseigenen Kasinos unter den Hammer gebracht wurden.

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