Turner Prize 2013

Laure Prouvost gewinnt

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London/Londonderry (dpa/monopol) - Die französische Filmemacherin Laure Prouvost ist mit dem renommierten Turner Prize für zeitgenössische Kunst ausgezeichnet worden. Die in London lebende Künstlerin wurde am Montagabend für ihre Videoinstallation «Wantee» geehrt: Die Darstellung einer fiktiven Teestunde zwischen ihrem Großvater und dem Künstler Kurt Schwitters wurde von der Jury als «herausragend und bewegend» empfunden. Die Filminstallation hat Prouvost für die Kandidaten-Schau (hier Bilder) geschaffen. Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Januar 2014 in den Ebrington’s Buildings im nordirischen Derry zu sehen ist, der britischen Kulturstadt 2013. Erstmals wurde der Preis nicht in England verliehen.

Laure Prouvost schafft atmosphärische Videoinstallationen. Sie hatte zuletzt mit einer Montage von Natur-Aufnahmen Aufmerksamkeit erregt, die versuchte, den Geschmack der Sonne bildlich darzustellen. Prouvost wurde 1978 in Lille in Frankreich geboren. Seit vielen Jahren arbeitet sie in London und lebt dort mit ihrem britischen Freund und ihrer kleinen Tochter. Von 1999 bis 2002 studierte sie am renommierten Central St Martins College in London, von 2007 an setzte sie ihre Ausbildung drei Jahre lang am Goldsmiths College fort. Prouvost, die als Kind nach eigenen Angaben nie Fernsehen schauen durfte, gewann den Max Mara Prize for Women 2011. Bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen 2010 erhielt sie den Hauptpreis.

«Danke, dass ihr mich angenommen habt, dass ihr eine Französin genommen habt, ich fühle mich in Großbritannien angenommen», sagte die Preisträgerin in einer ersten Reaktion.

Die Künstlerin erhält als Siegerin ein Preisgeld von 25 000 Pfund (30 200 Euro). Damit setzte sich die 35-Jährige gegen die weitaus bekannteren Künstler Tino Sehgal und David Shrigley (der das Cover der Oktoberausgabe von Monopol gestaltete) durch. Außerdem war noch Lynette Yiadom-Boakye nominiert.

Die Auszeichnung ist insgesamt mit 40 000 Pfund dotiert. Sie ist nach dem Maler J. M. W. Turner benannt und wird jedes Jahr an einen Künstler im Alter von unter 50 Jahren verliehen. Bewerben können sich Künstler, die aus Großbritannien stammen oder dort leben. Der Turner Prize gilt als renommiertester Preis für zeitgenössische Kunst in Großbritannien. Den Turner Prize hatten zuvor so prominente Künstler wie Damien Hirst und Anish Kapoor gewonnen.

«Es ist immer sehr schwer, eine Entscheidung zu treffen, denn man ist von allen vier Künstlern bereits überzeugt und muss einen davon auswählen», sagte Penelope Curtis, Direktorin der Tate Britain und Jurymitglied. «Wir haben uns für dieses Werk entschieden, weil es uns sehr bewegt und berührt hat.»






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