Berliner Kunstfestival

Transmediale macht ständige Datensammlung zum Thema

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Berlin (dpa) - Das Kunstfestival Transmediale stellt die ständige digitale Erfassung und Auswertung des Lebens in den Mittelpunkt. Fünf Tage lang beschäftigen sich Künstler, Programmierer und Aktivisten mit diesem Thema, das Motto lautete «Capture All» («Sammelt alles»).

«Wir sind zu Mitspielern der Überwachung geworden, als Spieler, Nutzer, Arbeiter», sagte der künstlerische Leiter des Festivals, Kristoffer Gansing, am Dienstag vor Journalisten. Das Motto lehne sich an die Snowden-Dokumente an, die «Capture All» als Leitmotiv der Geheimdienste offenbarten. Das Streben, alles Mögliche digital aufzufangen, zu analysieren und abzuspeichern, zeige sich auch in anderen Lebensbereichen, sagte Gansing. So widmet sich ein Teil des Festivals dem Bereich Arbeit.

Die Transmediale beginnt am Mittwoch (28.1.) im Haus der Kulturen der Welt. Bis Sonntag gibt es Diskussionen, Filmvorführungen und Kunst zu sehen. Der Netz-Kritiker Evgeny Morozov spricht über den Einfluss von Algorithmen im Alltag, auch der Forscher McKenzie Wark, der einmal das «Hacker Manifest» schrieb, soll auftreten. In Workshops soll Technik entwickelt werden, mit der Nutzer ihre digitale Infrastruktur wieder selbst in die Hand nehmen können.

Friederike Tappe-Hornbostel von der Kulturstiftung des Bundes sagte, die Transmediale greife Entwicklungen auf, die viele Menschen beschäftigten. «Sie sind so nah an den Dingen, die die Menschen diskutieren, auf die sie hoffen, die sie fürchten», sagte sie. Die Kulturstiftung finanziert das Festival mit 450 000 Euro. Die Transmediale läuft bis Sonntag.


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