Auftritt in Paris

Anselm Kiefer lobt Merkels Flüchtlingspolitik

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Der Künstler Anselm Kiefer (70) zieht vor Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Kurs in der Flüchtlingsfrage den Hut.

Ihre Politik der offenen Arme könne das Deutschlandbild in der Welt positiv verändern. Dafür riskiere sie womöglich ihr Amt, denn die Kritik an diesem Kurs werde immer lauter, sagte Kiefer in Paris. "Ich beglückwünsche sie zu diesem womöglich selbstzerstörerischen Mut, der Deutschland zu einem Vorbild für andere machen könnte", erklärte der Maler, dem das Pariser Centre Pompidou ab 16. Dezember eine große Retrospektive widmet.

Vor allem in Frankreich herrsche noch das romantisch verklärte Bild Deutschlands als eines Landes der Dichter und Denker vor - aber auch als eines Landes der Barbarei, sagte Kiefer in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und anderen Medienvertretern anlässlich seiner Pariser Ausstellung. Dabei bezieht sich der Künstler auf das 1813 erschienene Buch "De l’Allemagne" der französischen Schriftstellerin Germaine de Staël, die darin Deutschland bewundert, aber auch kritisiert und schmäht.

Kiefer, der zu den bedeutendsten Gegenwartsmalern zählt, setzt sich in seinen Kunstwerken immer wieder mit der deutschen Geschichte, ihrer Geistesgrößen und Mythen auseinander. 

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