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Ausstellung im dänischen Aarhus

ARoS-Triennale sucht nach der Natur in der Kunst

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In der europäischen Kulturhauptstadt 2017 erkundet die erste Ausgabe der ARoS-Triennale unter dem Motto "The Garden" die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Natur

Aarhus, die zweitgrößte Stadt Dänemarks, ist 2017 europäische Kulturhauptstadt. Bisher kennt man das Museum ARoS – das mit 800 000 Besuchern jährlich behauptet, das meistbesuchte Kunstmuseum Skandinaviens zu sein – vor allem für die begehbare Installation auf dem Dach des immerhin zehnstöckigen minimalistischen Gebäudes: "Your Rainbow Panorama" von Olafur Eliasson.

Jetzt macht das Museum mit einer Triennale von sich reden, die das Team um den norwegischen Direktor Erlend Høyersten in diesem Jahr ins Leben gerufen hat. Die Triennale erkundet unter dem Motto "The Garden" die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Natur.

Anders als viele Festivals beschränkt sie sich dabei nicht auf Gegenwartskunst, sondern schaut in der Sektion "The Past" zurück bis zu barocken Landschaftsgemälden von Lorrain oder Poussin. Über expressionistische Seestücke von Emil Nolde und Land-Art von Robert Smithson spannt "The Past" den Bogen bis zu aktuellen Projekten wie Meg Websters "Solar Grow Room" von 2016: Blumen und Kräuter wachsen pinkfarbenen Leuchten der LED-Lampen entgegen, die Energie liefern Solarzellen an der Außenfassade.  Die Triennale-Sektionen "The Present" und "The Future" liegen in der Stadt verteilt, 31 zeitgenössische Arbeiten von Künstlern wie Cyprien Gaillard, Katharina Grosse oder Tacita Dean, von denen die Mehrzahl eigens für die Triennale entstanden sind, kann man in interessanten Locations in und um Aarhus entdecken.

In der alten Kohlebrücke Kulbroen in der Nähe des Industriehafens beispielsweise malt der französische Künstler Oscar Lhermitte ein neues Sternbild in Form eines Ankers in den Himmel. "Urban Stargazing" besteht aus LEDs, die an einem Netz aus Nylonschnüren, Polyethylen und Fiberglas aufgehängt sind. Lhermittes künstliche Sterne erzählen von der Distanz zwischen Großstadtmensch und Natur – und gleichzeitig von unserer Sehnsucht nach dem perfekten Nachthimmel.

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