Kunstmesse Art Berlin

Alles auf Anfang

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Die Art Berlin ersetzt die Art Berlin Contemporary. Für die neue Messe haben sich zwei der wichtigsten Player des deutschen Kunstmarkts zusammengetan

Als die Art Cologne in diesem Frühjahr ihren Einstieg bei der ABC (Art Berlin Contemporary) bekannt gab, war die Verwunderung so groß wie die Erleichterung. Neun Jahre lang hatte sich die von Berliner Galeristen initiierte ABC als Alternative zu herkömmlichen Verkaufsschauen zu etablieren versucht, doch die Umsätze blieben schwach, die Teilnehmerzahlen sanken, mangelnde öffentliche Unterstützung tat ein Übriges.

Die neue Art Berlin positioniert sich jetzt klar als Messe, die das Beste von beiden Partnern zu bündeln versucht: Erfahrung und Sammlerkontakte vom Rhein, Experimentierfreude und internationale Strahlkraft von der Spree. Rund 110 Galerien aus 16 Ländern konnten in nur drei Monaten für das Debüt gewonnen werden, wobei die Messe jetzt auch ihr Segment erweitert: Im Unterschied zur ABC wird nicht nur ganz neue Kunst gezeigt, sondern auch Kunst des 20. Jahrhunderts und der Nachkriegsmoderne.

So präsentiert Samuelis Baumgarte auf 80 Quadratmetern eine Soloschau des Zero-Künstlers Heinz Mack, beginnend bei Arbeiten aus den 70er-Jahren. Michael Haas zeigt minimalistische Abstraktionen aus den 60er- und 70er-Jahren des Münchner Künstlers Heinz Butz, eine Skulptur von Hans Uhlmann sowie eine großformatige Leinwand der Malerin ­Almut Heise aus derselben Zeit.

Und auch am Stand der Galerie Jahn und Jahn geht die Reise zurück in die jüngere Kunstgeschichte: Die Münchner haben Werke von Imi Knoebel im Angebot, Folienarbeiten aus dem Jahr 1990 sowie kleinformatige Papierarbeiten von 1972.

Auch wenn das Wort Contemporary aus dem Messenamen verschwunden ist – die Art Berlin legt weiterhin einen Schwerpunkt auf junge Galerien und zeitgenössische Kunst. Die Zilberman Gallery stellt die in Berlin und Istanbul lebende Künstlerin Azade Köker vor, mit Collagen, Skulpturen und einer Kette aus Gaze und japanischem Papier, die von der Decke hängen wird. Musik und Sound sind die Themen von Christina Kubisch, Michele Spanghero und Jason Matthew Lee (Galerie Mazzoli).

Deborah Schamoni und die Sandy Brown Galerie lassen an ihrem gemeinsamen Stand die "Monday Cartoons" von Amalia Ulman auf die surreal-grotesken Figuren in Kamilla Bischofs Malerei treffen. Gillmeier Rech zeigt Arbeiten von Jasmin Werner, Jim Thorell, Lindsay Lawson und Max Schmidtlein. Und Alexander Levy versammelt mit Felix Kiessling, Julius von Bismarck und Colin Snapp drei Künstler, die sich in ihren Arbeiten mit dem Reisen auseinandersetzen.

Aufgehoben wurde die Vorgabe an die Galerien, sich auf eine Solopräsentation zu beschränken. Auch die Messearchitektur wird sich in diesem Jahr eher am klassischen Kojenmodell orientieren. Eine ganz gewöhnliche Messe will die Art Berlin dennoch nicht sein. Das entspräche nicht dem Charakter der Stadt. Und es würde dauerhaft wohl auch kaum Sammler und Publikum anlocken.

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