Watchlist: Susanne Britz
Das Bild ist nicht genug: das Foto, das ihr immer nur als Ausgangspunkt für weitere Arbeitsschritte dient.
Kindlich-krakelig wirkende Striche verbinden „objektive“ Fotografie und die Innenwelt von Susanne Britz. Diese Hybriden werden noch bis 15. November in der Kunsthalle Recklinghausen ausgestellt, anlässlich des mit 10 000 Euro dotierten Kunstpreises Junger Westen, den Britz sich mit Christian Schellenberger teilt.
Fragt man die 1974 in Neuwied bei Koblenz geborene Künstlerin, seit wann Fotografie und Zeichnung in ihrem Werk miteinander verschränkt seien, gibt sie zurück, sie habe beides schon immer zusammengedacht. In Schubladen fühlt sich Britz, ausgebildet an der Mainzer Akademie für Bildende Künste, überhaupt nicht wohl. Früher wollte sie Chemie studieren, „ein Fach mit Happeningcharakter“, aber auch geprägt von Formen, „die die Dinge darstellbar und beherrschbar machen“. Pfeile, Blitze, Magnetfelder und Zahlen – der Hang zum Modellentwurf schlägt sich auch auf den Fotozeichnungen nieder (statt Stifte benutzt Susanne Britz eine Computermaus, was unruhige Linien, aber klinisch geschlossene Oberflächen produziert).
Doch anders als bei Versuchsskizzen haben die bunten Zusätze nichts Erklärendes, im Gegenteil: Sie verkomplizieren und verrätseln die Anordnungen noch, wirken mitunter wie Travestien naturwissenschaftlichen Denkens. Und so bleibt in der Schwebe, was mit Besen, Trittleiter, Fensterrahmen, Signalkegel und Teetasse passierte, ginge das britzsche Experiment auf.
Kontakt über: info@susannebritz.de




