Wanderer, kommst du nach Iasi: Ein aktueller Art-Guide führt in die entlegensten Winkel Europas
Oft sagen einem nicht einmal die Ortsnamen etwas: In Knislinge, Schweden, hat die Wanås Foundation 1987 einen Skulpturenpark mit Arbeiten von Allan McCollum oder Jason Rhoades angelegt.
Und dass die Periferic-Biennale kommenden Herbst zum neunten Mal im rumänischen Ias¸i stattfindet, dürfte sogar einige Profis überraschen. Der nur in englischer Sprache erhältliche „Contemporary Europe Art Guide“ wurde aber auch für Einsteiger gemacht.
Ausgerechnet das erste gelistete Land, Albanien, bleibt – bis auf den obligatorischen Vorspann – ein unbeschriebenes Blatt: Hier wird offensichtlich nichts herbeigeredet, was es nicht gibt. Deutschland führt mengenmäßig mit 40 Seiten. Stadt für Stadt werden die jeweils bedeutendsten Museen, Institute, Galerien, Messen, öffentlichen Werke genannt, trotz ihrer Kürze sind die einleitenden Mini-Essays fundiert und kritisch verfasst: An seiner Wahlheimat lobt Autor Mark Gordon, US-Amerikaner mit Wohnsitz Berlin, das System der Kunstvereine. In Dänemark verwundert ihn der „konservative Zugang zur zeitgenössischen Kunst“, im osteuropäischen Raum würdigt er Polen als Wegbereiter für junge Künstler, räumt jedoch einen „Mangel an Infrastruktur“ als Wachstumsbremse ein.
Gordon ist ein Kenner: Er arbeitete für das New Yorker Whitney Museum sowie das Auktionshaus Christie’s und leitete zeitweise selbst eine Galerie. Offen gesteht er, nicht alle aufgeführten Häuser und Plätze während seiner Recherchen besucht zu haben, bis zur nächsten Auflage, die in zwei Jahren erscheinen soll, will er das indes nachholen.
Am Ende des Bands erscheinen Messen und Biennalen in kalendarischer Reihenfolge, außerdem wichtige Magazine und Buchhandlungen. Die sollten den „Contemporary Europe Art Guide“ denn auch unbedingt für ihr Sortiment bestellen.
Mark Gordon: „Contemporary Europe Art Guide“. Hatje Cantz, 368 Seiten, 29,80 Euro
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