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Initiative Berliner Kunsthalle

Szene versus Spektakel

Die Debatte um eine Berliner Kunsthalle weitet sich aus

von Elke Buhr
23.06.2009
Entwurf für die Blumenmarkthalle, courtesy Gonzalez Haasezur Bilderstrecke
Entwurf für die Blumenmarkthalle, courtesy Gonzalez Haase

Die Pläne zu einer permanenten Berliner Kunsthalle werden konkreter – und bleiben umstritten. Für Bürgermeister Klaus Wowereit ist scheinbar alles klar: Nach den Plänen des Senats soll die Kunsthalle in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes und des Museums Hamburger Bahnhof gebaut werden. Am liebsten hätte der Senat sie als Publikumsmagnet mit 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche in möglichst spektakulärer Architektur, bezugsfähig 2013, mit einem Jahresetat von immerhin 4,8 Millionen Euro. Newcomer und etabliertere Künstler mit internationaler Ausstrahlung sollen dort gezeigt werden, als Aushängeschild der Berliner Kunstszene.

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  • Entwurf für die Blumenmarkthalle, courtesy Gonzalez HaaseKunsthalle in der Blumenmarkthalle bei Nacht, courtesy Gonzales HaaseLuftaufnahme Kreativquartier in Kreuzberg, courtesy Sam-ArchitectureParkansicht der umgebauten Blumenmarkthalle, courtesy Sam-Architecture, Gonzales HaaseKontextualisierung im Stadtquartier in Kreuzberg, courtesy Sam Architecture
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Aus deren Mitte kommt aber gleichzeitig ein erstaunlich ausgereifter Entwurf für einen anderen Standort und ein anderes Konzept. Die „Initiative Berliner Kunsthalle“, an der neben unabhängigen Kuratoren, Architekten und Stadtplanern Vertreter bestehender Berliner Institutionen wie Kunst-Werke, Künstlerhaus Bethanien und der Kunstvereine NBK und NGBK vertreten sind, favorisiert die Blumengroßmarkthalle an der Friedrichstraße in Kreuzberg. Der Großmarkt verlässt die Halle 2010 – ein ideale Gelegenheit, um das bislang öffentlich nicht zugängliche Areal für die Stadt nutzbar zu machen.

Dort, so das nun der Öffentlichkeit vorgestellte Konzept, wäre bei überschaubaren Umbaukosten nicht nur eine für die Kunstpräsentation hervorragende Halle mit Tageslicht von oben zu gewinnen, es wäre gleichzeitig noch Platz für Park- und Begegnungsflächen, Shops, Kinosäle, Galerien und Künstlerateliers. Zumal wäre die Lage in unmittelbarer Nähe des Jüdischen Museums, der Berlinischen Galerie und einiger Privatgalerien ideal für die Schaffung eines neuen, urban verwurzelten Kunstquartiers.

Der Senat hat das Gelände des Blumengroßmarktes bereits dem Jüdischen Museum versprochen, aber die Kunsthallen-Initiatoren haben bereits darauf hingewiesen, dass auf den 6000 Quadratmetern dort auch beide Institutionen genug Raum bekämen.

Letztlich konkurrieren mit den beiden vorgeschlagenen Standorten der Kunsthalle zwei Konzepte miteinander: Wo der Senat auf einen Berliner Bilbao-Effekt am Hauptbahnhof hofft, wäre eine Kunsthalle im Blumengroßmarkt Kreuzberg mehr mit der lokalen Szene verknüpft – und mit seiner Umnutzung alter Strukturen letztlich viel mehr Berlin-typisch als ein Neubau.