Vorstudien

Hallssons Kunst

Im Beitrag „Die Wüste bebt“ (Nr. 6/2005) über die kontroverse Kunstszene im texanischen Marfa wurde bedauerlicherweise die Abbildung eines Werkes ohne die Nennung des Künstlers abgedruckt.

01.04.2006

Die Wandarbeit „BNA-VSA-USA-EEUU“ stammt von Hlynur Hallsson. Hatte doch der isländische Künstler bereits 2002 als Stipendiat der Chinati Foundation mit seinen Graffiti-Slogans wie „George W. Bush is an idiot“ bei der Bevölkerung der Wüstenkleinstadt für Unmut gesorgt. Diese war auch durch Hallsons Umkehr der Aussage, „George W. Bush is a good leader“, nicht endgültig zu versöhnen. Das Verhältnis der Einheimischen zu gesellschaftskritischer Kunst bleibt angespannt, wie in Monopol beschrieben. In der Zerstörung der Installation „Prada Marfa“ von Elmgreen & Dragset im Oktober 2005 fand die Entwicklung einen weiteren Höhepunkt: Die Skulptur wurde unter anderem von Unbekannten mit höhnischen Slogans besprüht – ein Stilmittel, das der Gastkünstler Hlynur Hallsson in Marfa schon drei Jahre zuvor zur Methode erhoben hatte.