Duopol Rauch & Strauß: Gemeinsames Buch
Bislang muß Botho Strauß keine hohe Meinung von Malern gehabt haben, jedenfalls läßt sich das aus seinem Buch „Das Partikular“ filtern.
Dort schildert der Erzähler einen hageren Hünen am Rande des Zusammenbruchs, der nicht mehr zustandebringt als „etwas Unbestimmtes zwischen Paul Klee und Odilon Redon“. Inzwischen scheint sich der skeptische Blick auf die Malerei gewandelt zu haben, denn der scheue Uckermärker wird mit dem Leipziger Neo Rauch ein Duopol bilden. Zu sieben aktuellen Texten sollen sieben Lithographien entstehen. Rauch, der die Straußsche Sprache und dessen Fähigkeit schätzt, quer zum Zeitgeist zu liegen, spürt die Fallen im Projekt: „Botho Strauß entwirft Bilder, die mich als Maler unbedingt ansprechen. Das macht es mir zugleich schwer, die Texte zeichnerisch zu begleiten, weil die Versuchung viel zu groß ist, die bizarren Szenerien zu illustrieren. Das wäre natürlich dümmlich. Strauß ist nicht Mitglied dieser Betroffenheitszirkel, die je nach Bedarfslage ihre Reflexe zelebrieren, er ist der Künstler, der aus dem Unterholz heraus die Lichtung im Blick hat.“ Im Herbst wird das Kunstbüchlein im Kleinheinrich Verlag erscheinen.
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