Ein Magazin über Orte
Gute Freunde kann niemand trennen
Beim diesjährigen Medienpreis LeadAwards gewann es den Titel „Newcomer des Jahres“. Dabei liest sich die Mitarbeiterliste des „Magazins über Orte“ alles andere als anfängerhaft
Schriftsteller und Journalisten von Format, Architekten, Künstler und Fotografen wie Joel Sternfeld oder Martin Fengel liefern der Berliner Redaktion Beiträge. Elmar Bambach, Julia Marquardt und Birgit Vogel handeln jedes neue Thema der folgenden Ausgabe sorgfältig miteinander aus. Was genau ist ein Ort? Und kann ein ganzes Heft davon handeln? Ja, wenn es ein guter Ort ist. Küche. Alexanderplatz. Tatort. „Rückseite“ fiel durch, demnächst erscheint „Meer“.
Einmal war das Sujet „Zuhause“ (Nummer sechs). Rufina Wus Fotografien von Hongkongs illegalen Dachbebauungen leiten es architektonisch ein, die Erzählung „Die Hecke“ von Felicitas Hoppe flankiert literarisch, Peter Granser hat eine Psychiatrie in der französischen Provinz aufgenommen. Nicht nur die Bilder an sich, auch der Umgang mit diesem Medium machen die Zeitschrift so besonders. Talente wie Iris Janke sind zu entdecken, die Fotostrecken nehmen einen mit in die Ferne oder um die Ecke und zu sich selbst.
Obwohl bereits Buchhandlungen in Tokio, Los Angeles und New York „Ein Magazin über Orte“ verkaufen, verdienen die drei jungen Herausgeber das Geld dafür noch in anderen Jobs. Doch das Heft hat das Zeug, zu einem Freund zu werden, auf den man sich regelmäßig freut. Weil es so interessant mit ihm ist, so schön und spannend und manchmal still.
Elmar Bambach, Julia Marquardt, Birgit Vogel (Hrsg.): „Ein Magazin über Orte“. Je 11 Euro, Informationen über: www.orte-magazin.de

