Watchlist

Bernd Ribbeck

Sie wirken wie kleine Hommagen an Paul Klee.

von Gesine Borcherdt
01.03.2006

Manche erinnern auch an die Kirchenfenster aus Feiningers Kathedralenbildern oder an die farbigen Strahlenkränze von Robert Delaunay. Bernd Ribbecks Bilder erkunden die Strategien der Helden der Moderne – ganz profan mit Hilfe von Büromaterialien.

Mehr zu diesem Artikel:
Ort

Mit Kugelschreiber und Pigmentmarkern setzt der 1974 geborene, in Berlin lebende Künstler geometrische Formen in einen weichen Bildraum aus Acrylfarbe hinein – ein irisierender Kontrast entsteht: Die nervöse Schraffur des harten Stiftes ist für das zeichnerisch-kratzige Erscheinungsbild zuständig. Der wolkige Hintergrund sorgt dagegen für den malerischen Charakter – das Bild wird zum Zwitter aus Zeichnung und Gemälde. Und hat auch etwas Dreidimensionales: Die Bildträger sind dünne, abgeschliffene MDF-Holzplatten, die reliefartig auf der Wand sitzen. Ein so reduziertes Vokabular legt den Gedanken nahe, daß der Künstler vor allem an formalistischen Fragen interessiert ist. Doch beim näheren Hinsehen treten aus den Kreisen und Rauten zarte Fragmente von Gebäuden und Landschaften hervor, mit denen Ribbeck teils romantische, teils surreale Assoziationen weckt. Noch kein Klassiker, aber ein Talent für gefühlte Geometrie aus der Schreibtischschublade.

Bernd Ribbeck wird von den Galerien Ben Kaufmann Berlin/München (www.benkaufmann.com) und Kamm, Berlin (www.galeriekamm.de) vertreten.