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Auktionshäuser versteigerten Kunstfälschungen

Köln (dpa) - Ein Trio soll die Kunstwelt mit hochkarätigen Fälschungen getäuscht haben.

05.09.2010

Nach einem Zeitungsbericht haben ein Mann und zwei Frauen bis zu 20 gefälschte Gemälde, die angeblich aus einer Privatsammlung stammten, über Auktionshäuser versteigert. Der Schaden gehe in die Millionen, schrieb die «Welt am Sonntag». Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte den Fall am Samstag in einer allgemeinen Stellungnahme: «Es gibt ein großes Verfahren bei uns. Es geht um Kunstfälschung», sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld der Nachrichtenagentur dpa. Vor zwei Wochen habe es entsprechende Hausdurchsuchungen gegeben.

Die drei Verdächtigen wurden Zeitungsangaben zufolge festgenommen, dabei handelt es sich um eine 57-jährige Frau, ihre 52 Jahre alte Schwester (52) und deren 59-jährigen Mann. Eine der Fälschungen sei das Gemälde «Rotes Bild mit Pferden» von dem Expressionisten Heinrich Campendonk. Vor vier Jahren habe es im Auktionshaus Lempertz in Köln einen Rekordpreis von 2,4 Millionen Euro erzielt und sei das bisher teuerste Gemälde, das je von Campendonk versteigert wurde. Betroffen sollen auch Werke sein, die Max Pechstein zugeschrieben werden.

Eine Reihe von Kunstexperten und Händlern hätten die Werke für echt erklärt, schrieb die Zeitung. Eine Kunsthistorikerin habe erklärt, unter Druck ein falsches Gutachten abgegeben zu haben. Ein Mann habe ihr am Telefon mit rheinischem Akzent gesagt, in Sachen Campendonk seien russische Interessen betroffen. Eine andere Gutachterin habe von «hochkarätigen Fälschungen» gesprochen. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft Köln gaben am Wochenende Einzelheiten bekannt.

Nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» gab der Kunsthistoriker Ralph Jentsch den ersten Anstoß für die Zweifel an der Echtheit der Bilder. Jentsch ist der Nachlassverwalter des Künstlers George Grosz und Experte für den Kunsthändler und -sammler Alfred Flechtheim. Er gilt als anerkannter Fachmann in der Erforschung der Herkunftsgeschichte von Kunstwerken und Kulturgütern.

Als er auf der Rückseite eines Bildes den Aufkleber der Sammlung Flechtheim gefunden habe, habe er genauer hingeschaut und ihn als Fälschung erkannt. Andere Gemälde mit dem gleichen Aufkleber kämen «fast ausschließlich aus einem Bestand, nämlich der Sammlung Werner Jägers in Köln, so dass ein groß angelegtes Fälschungsvorhaben nicht auszuschließen ist», zitierte die «Süddeutsche Zeitung» aus seinem Gutachten.