Kunstskandal: Ermittlungen gegen fünf Personen
Köln (dpa) - Der millionenschwere Skandal um mutmaßlich gefälschte Bilder aus einer dubiosen Kunstsammlung zieht immer weitere Kreise.
Die Staatsanwaltschaft Köln ermittle gegen fünf Personen, sagte Behördensprecher Tino Seesko am Dienstag auf Anfrage. Drei Verdächtige - zwei Frauen und ein Mann - seien bereits am 27. August festgenommen worden und säßen in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf fünf verdächtige Kunstwerke. In zwei Fällen habe ein Verkauf an Auktionshäuser gerade noch verhindert werden können, so dass kein Schaden entstand. Die Schadenssumme liege nach derzeitigem Stand im siebenstelligen Bereich.
Der Inhaber des renommierten Kölner Auktionshauses Lempertz, Henrik Hanstein, sagte der Nachrichtenagentur dpa, insgesamt seien zwölf Bilder aus der vermeintlichen Sammlung «Werner Jägers» in den Handel geschleust worden. Zu den mutmaßlichen Fälschungen gehört unter anderem ein Gemälde des rheinischen Expressionisten Heinrich Campendonk. Lempertz hatte es 2006 für den Rekordpreis von 2,4 Millionen Euro versteigert. Außerdem gelten das 2003 für 500 000 Euro bei Lempertz versteigerte Werk «Liegender Akt mit Katze» von Max Pechstein und ein weiteres versteigertes Werk des Malers als Fälschung.
Auch das Londoner Auktionshaus Christie's hat laut Hanstein zwei wahrscheinlich gefälschte Bilder von Campendonk sowie ein Werk von Max Ernst versteigert, das heute im Museum Würth in Künzelsau hänge. Zwei andere Bilder würden derzeit in den Niederlanden auf ihre Echtheit geprüft.
Zudem hängt derzeit im Duisburger Wilhelm-Lehmbruck-Museum als Leihgabe der spanischen Telefongesellschaft Telefónica ein zweifelhaftes Werk des polnisch-französischen Kubisten Louis Marcoussis. Der Verkauf von zwei wohl gefälschten Werken von Fernand Léger und André Derain sei rechtzeitig gestoppt worden, sagte Hanstein.
Die Fälschungen seien «genial» und die Fälscher «kunsthistorisch hoch gebildet» gewesen, sagte Hanstein. Die Werke seien «in homöopathischen Dosen» über mehrere Jahre in Köln, London, aber auch in namhaften Pariser Kunsthandlungen verkauft worden. Die Fälscherbande habe Fotos, Herkunfts-Aufkleber und sogar eidesstattliche Versicherungen getürkt.
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