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Rettet die Künste: Petition gegen Subventionskürzungen

London (monopol) – Die Kampagne „Save the Arts“ sammelt Unterschriften gegen die Subventionskürzungen im Kulturbereich Großbritanniens. Über 10.000 Menschen, darunter Künstler wie Damien Hirst, Jeremy Deller und Anish Kapoor, haben bereits unterzeichnet. Noch fehlen 90.000

von Sabrina Waffenschmidt
14.09.2010
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Tag 37, Andrew und David im Wohnzimmer: „Du hast gepupst“, sagt David, während die drei Kameras, dankbar um eine klitzekleine Regung, sich auf die Szene stürzen. Keine Kunst, stattdessen Reality-TV. So würde die Welt aussehen, fürchtet der Bauer in David Shrigleys Zeichentrickfilm „Eine wichtige Botschaft“. Beim Scheren von Schafen und beim Füttern von Hühnern erklärt der Bauer seinem Sohn Anthony die Notwendigkeit von Kunst und Kultur: „Die Künste ermöglichen es auf uns selbst zu schauen, uns zu erhellen, uns zu fördern, uns zu überraschen. Sie ermöglichen die Sicht auf das, was du brauchst.“

Mit polemischem Witz bringt der schottische Zeichner die Botschaft der Kampagne „Save the Arts“ auf den Punkt: 25 Prozent Kürzungen der Kulturförderung sind zu viel und richten unwiederbringlichen Schaden an. Deshalb unterschreibt unsere Petition.

Hervorgerufen wurde die Kampagne von „Turning Point Network“, einem nationalen Zusammenschluss aus über 2.000 Kulturorganisationen und Künstlern. Mehr als 100 Künstler, darunter Damien Hirst, David Hockney, Anish Kapoor und Tracey Emin, haben sich der Kampagne bereits angeschlossen. 50 Jahre habe es gedauert eine lebendige, sozial und wirtschaftlich starke Kulturszene aufzubauen, argumentiert „Save the Arts“ auf ihrer Homepage. Sie sähen ein, dass effiziente Kürzungen notwendig seien, aber Streichungen in dieser Höhe würden vor allem kleinere Kulturorganisationen, sowie nationale und regionale Museen schlichtweg zerstören.

Mit der Petition will die Initiative die Regierung auffordern ihre Kürzungen noch einmal zu überdenken. 100.000 Unterschriften gilt es bis 20. Oktober, wenn der Schatzkanzler seinen Sparplan präsentiert, einzusammeln. Bisher, so twittert die Kampagne stolz, wurden 10.000 Signaturen und 20.000 Klicks auf das Video verzeichnet.

Jede Woche soll eine Arbeit eines anderen Künstlers veröffentlicht werden. Nach Shrigleys Film folgte nun eine Arbeit des Turnerpreisträgers Jeremy Deller, nächste Woche schließt Mark Wallinger, ebenfalls Empfänger des Turnerpreises, an. Deller verarbeitete für das Projekt einen Satz des britischen Künstlers und Begründer der sozialistischen Bewegung William Morris aus dem 19. Jahrhundert in einem Plakat. „Ich will keine Kunst für die Wenigen, genauso wenig, wie ich Bildung oder Freiheit für die Wenigen will.“ Unerreichbar erschien die Forderung – damals.

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