Schloss mit lustig
Das Berliner Stadtschloss kommt jetzt also erst mal nicht: Im Zuge des Sparpakets der Bundesregierung wurde der Baubeginn um drei Jahre nach hinten verschoben – damit ist die Zukunft Monopol berichtet aus Palermo, Reykjavík, Berlin und New York Interpol: Schloss mit lustig des Projekts völlig ungewiss.
Und: Arno Sighart Schmid, Präsident der Architektenkammer, fordert den Abriss des deutschen Biennale-Pavillons in Venedig. Das eine hat mit dem anderen zwar nichts zu tun – doch zusammengenommen ergeben sie ganz neue Perspektiven. Unser Vorschlag: Lasst das mit dem Schloss und baut an dem Platz den Pavillon wieder auf! Als Haus für junge Kunst, der Vergangenheit verbunden, der Zukunft zugewandt. Denn das scheint das eigentliche Problem zu sein: Das 21. Jahrhundert weiß nicht recht, was in seiner Mitte liegen soll.Früher waren Stadtzentren Kirchen, politischen und wirtschaftlichen Repräsentationsbauten vorbehalten. Heute streitet nicht nur Berlin, auch New York debattiert seit Jahren über den Wiederaufbau des Areals, auf dem das World Trade Center stand. Möglicherweise sind wir so schwer damit beschäftigt, uns selbst zum Zentrum des Lebens zu machen, dass wir uns dort etwas anderes gar nicht mehr vorstellen können. Vielleicht mangelt es bisher aber auch nur an überzeugenden Vorschlägen. Wir bei Monopol haben uns alle Mühe gegeben, Entwürfe für eine Temporäre Kunsthalle beigesteuert (unter anderem von Sauerbruch Hutton) und für eine dauerhafte Bebauung (etwa von Anselm Reyle, Jonathan Meese oder Christoph Schlingensief). Wenn Sie unsere neue Idee jetzt geschmacklos finden – wir freuen uns auf bessere! sf
- Anselm Reyle (Künstlerdatenbank)
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