Interpol

Klein, aber Soho

Neulich saß Thomas Demand in einem geblümten Sessel im Soho House Berlin und schaute Fußball.

von Antje Wewer
22.07.2010

Weder von ihm wurde Notiz genommen noch von der Kunst an der Wand hinter dem Bildschirm. Ein Stockwerk tiefer passierte Ähnliches. Dort hockte Anselm Reyle an der Bar und trank ungestört einen Cocktail. Dass die Künstler in einem Privatclub in Ruhe gelassen werden, gehört sich so. Dass ihre Werke im schummrigen Barlicht, im Getümmel oder in der Aufregung über die leicht obszöne Vagina-Tapete auf der Damentoilette leicht übersehen werden, ist schade und sollte sich ändern. Insgesamt hängen 70 Kunstwerke im Soho House. Der Deal: Jeder Künstler, der ein Werk stiftet, bekommt eine Mitgliedschaft auf Lebenszeit. „Viele Künstler beziehen sich auf Berlin, aber nicht alle. Unsere Vorgaben waren folgende: bitte eher klein als groß und gerne in Schwarz und Weiß gehalten. So verleihen die Bilder dem Haus eine gewollt puristische Note“, sagt Kuratorin Francesca Gavin. Auch für Nichtmitglieder zu bewundern ist ein in der Eingangshalle an die Wand gesprühter Hai von Damien Hirst. Augen auf beim Einchecken!

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