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Blackbox Düsseldorf: Das K21 kümmert sich um die Auswertung der Flugdaten

Zehn Häuser sind an der Quadriennale 2010 beteiligt, und mit Sicherheit hat es über den retrospektiven Charakter der Großveranstaltung – im Fokus sollen die 60er-, 70er- und 80er-Jahre stehen – interne Diskussionen gegeben.

von Jens Hinrichsen
19.08.2010

Glücklicherweise wissen geschickte Kuratoren, wie man allzu enge Vorgaben unterläuft. Viel spricht dafür, dass es Julian Heynen und Valeria Liebermann im Düsseldorfer Ständehaus gelingen wird, zumindest partiell unterm Radar des Flugzeugträgers Quadriennale hindurchzufliegen. Die „Auswertung der Flugdaten“ beschränkt sich auf Arbeiten der 80er-Jahre, aber die Urheber stehen fast ausnahmslos noch im Zenit ihrer Karriere, womit der zeitgenössische Aspekt der Ausstellung unterstrichen wird. Weiter öffnen Werke von Cindy Sherman, Jeff Koons oder Fischli/Weiss die im Untertitel angesprochene „Düsseldorfer Perspektive“ zum internationalen Luftraum hin. Im Mittelpunkt stehen Absolventen der Düsseldorfer Akademie, die man bis vor wenigen Jahren unter dem Begriff „Postmoderne“ subsumiert (und vielleicht abgetan) hätte. Julian Heynen, künstlerischer Leiter des K21, will es nun genauer wissen: „Wir präsentieren Künstler, die die Flugbahnen der Moderne ausgewertet, hinterfragt und auch korrigiert haben.“ Im Zentrum dieser Revision stand die Gattung Skulptur. Mit Thomas Schütte, Ludger Gerdes oder Isa Genzken sind Künstler vertreten, die den Skulpturbegriff um architektonische Momente und die Kunst damit um eine neue Funktionalität erweitert haben. Daneben spielten Erzählung und Erinnerung – wie bei Reinhard Mucha – wieder eine Rolle. In einer Zeit, da die Minimal Art junge Bildhauer weniger beflügelte denn als Mühlstein um den Hals empfunden wurde, machte Katharina Fritsch den Weg zu einer Neubewertung des Figürlichen frei. Der alternative Weg aus den Sackgassen der Moderne war die neoexpressive Malerei, wie sie in Berlin, Hamburg oder Mülheim praktiziert wurde. In Düsseldorf hatte die Fotografie den höheren Stellenwert. Also dürfen die Becher- Schüler Candida Höfer, Andreas Gursky, Thomas Ruff und Thomas Struth in der Ausstellung nicht fehlen – mit ihren individuellen Kurskorrekturen.

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