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Der Trend geht zum Curartist: Warum Künstler die besseren Kuratoren sind

„The next Documenta should be curated by an artist“, forderte 2003 der Kurator Jens Hoffmann.

von Silke Hohmann
16.09.2010

Schon wenig später betreute Maurizio Cattelan die vierte Berlin-Biennale. Künstler, so wirkt es, gehen anders mit Kunst um als Kuratoren. Vielleicht, weil sie stärker vom Werk ausgehen als von einer These. So laden immer mehr Institutionen Künstler ein, Schauen zu organisieren, kürzlich traten in Wien bei „curated by“ Pawel Althamer oder Valie Export als Kuratoren auf. Oder John Bock in der (nun endgültig) Temporären Kunsthalle Berlin, dessen rasante, vertikale Spielbudenarchitektur genauso begeisterte wie sein Umgang mit den Arbeiten der Kollegen. Im Pariser Palais de Tokyo, einem der führenden Labore der Branche, bekommt jetzt der Brite Adam McEwen die „Carte blanche“. Er selbst wurde bekannt mit handgemalten Ladenschildern („Sorry we’re sorry“ oder „Sorry we’re dead“). Als Ausstellungsmacher beschäftigt er sich für „Fresh Hell“ kritisch mit der Rolle des Künstlers, mit Flüchtigkeit, Lächerlichkeit und dem Scheitern. McEwen scheint das Thema wirklich perfekt zu besetzen. Unter anderem auf seiner Liste: Martin Kippenberger, Dan Graham, Sarah Lucas und die großartig struppigen Rollenexerzitien von Klara Lidén.

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