Auktionsvorschau
Bestrickendes von Rosemarie Trockel im Kunsthaus Lempertz
Zeitgenössisches und klassische Fotografie in Köln
Zu den Losen der Fotoauktion im Kunsthaus Lempertz am 2. Dezember gehören nicht nur Arbeiten jüngerer Zeit, sondern auch Werke der klassischen Fotografie. Erlesene Schwarz-Weiß-Werke von Paul Strand, Alfred Eisenstaedt oder Man Ray lassen die Sammlerherzen höherschlagen. Zu einem Schätzpreis von 2.500 Euro kommt „Madame D. im Profil“ von Umbo unter den Hammer. Das formatfüllende Porträt einer Frau, die dem Betrachter einen auffordernden Blick zuwirft, stammt aus den späten 20er-Jahren. Es handelt sich um ein Meisterwerk aus Umbos Frühzeit.
Aus der Nachkriegszeit stammen drei Förderturm-Arbeiten (jeweils vier Bilder in einem Rahmen) von Bernd und Hilla Becher (je 20. 000 bis 25. 000 Euro). 15. 000 Euro sollte den Sammlern eine von drei Fotoarbeiten des jüngst verstorbenen Künstlers Sigmar Polke wert sein, ein unscharfes Schwarz-Weiß-Bild von geheimnisvoller Wirkung.
Am 4. Dezember findet bei Lempertz die Abendauktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst statt. Zu den Toplosen zählen Wilhelm Lehmbrucks anmutige „Büste der Knienden“, etwa zwischen 1912 und 1914 entstanden, und Pablo Picassos Tuschezeichnung „Femme et jeune garçon nus“ von 1969. Für beide Arbeiten müsste der erfolgreiche Bieter schätzungsweise zwischen 500. 000 und 600. 000 Euro berappen, während Alexander Rodtschenkos „Konstruktivistische Komposition“ von 1919 schön, aber auch erschwinglich ist (Schätzwert: 35. 000–40. 000 Euro).
Zum Schätzpreis von 380 .000 bis 400. 000 Euro wird auf der Zeitgenossenauktion vom 4. Dezember wiederum eine Arbeit von Sigmar Polke aufgerufen. Auf dem Mischtechnikbild von 1993 „Ohne Titel“ dominiert ein Stillleben mit Flasche und Gläsern, das sich in blauen Rasterpunkten auflöst. Rosemarie Trockel hat eine „Hommage auf Bridget Riley“ aus Wolle stricken lassen, deren Muster die berühmten Streifenbilder der britischen Op-Art-Künstlerin zitiert (100 .000 bis 140. 000 Euro). Konrad Klaphecks „Vollkommene Dame“ von 1968 (60. 000 bis 70 .000 Euro) dürfte für Sammler sicher Objekt der Begierde sein, obwohl der so schlicht wie elegant gemalte Gegenstand sich als Wasserhahn entpuppt.
Kunsthaus Lempertz, Köln, 2., 3. und 4. Dezember
- Rosemarie Trockel (Künstlerdatenbank)
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