53. Venedig-Biennale
Wasser mal wieder ohne Balken
Eine Woche vor Eröffnung erreichen uns erste Meldungen von der 53.
Venedig-Biennale: Das Einfamilienhaus, das der kalifornische Künstler Mike Bouchet im Dock der Arsenale schwimmen lassen wollte, ist überraschend gesunken. Das zweistöckige Gebäude, das 240 Quadratmeter Wohnfläche umfasst, war Anfang dieser Woche gerade an seinen Bestimmungsort angekommen, als es langsam bis zur Traufe in der Lagune verschwand.
„Als es begann zu sinken, war ich überrascht, ja, geschockt“, sagte der Künstler dem Onlinedienst AFP. Aber nun verstehe er, warum solche Häuser nicht auf dem Wasser gebaut werden. Wohnhäuser dieser Art findet man sonst eher in amerikanischen Vorstädten. Der Kontrast zur alten Lagunenstadt macht das Kunstwerk visuell so eindrucksvoll. Halb versunken, weckt es auch Assoziationen zur Immobilienkrise in Amerika.
Der Vorgang lässt auch an den ungeplant durch einen Orkan zerstörten Turm denken, den Ai Weiwei für die vergangenen Documenta gebaut hatte. Der chinesische Künstler hatte danach behauptet, das Naturereignis habe sein Kunstwerk vollendet – obwohl es nun nur noch aus Trümmern bestand.
Mike Bouchets gigantisches Ready-made ist inzwischen wieder geborgen und schwimmt wie ursprünglich beabsichtigt– mit sichtbaren Beschädigungen. Der Amerikaner hat nun eine Pressemitteilung in Form einer Verkaufsanzeige verschickt, darin wird die mobile Immobilie beworben. Sie endet mit dem Hinweis: „leichte Wasserschäden“.

