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Preis der Nationalgalerie

Omer Fast gewinnt

Omer Fast erhält den Preis der Nationalgalerie für Junge Kunst 2009.

von Daniel Völzke
erstellt am 23.09.2009
courtesy Omer Fast und Arratia, Beer
courtesy Omer Fast und Arratia, Beer

Der Preis wird seit 2000 alle zwei Jahre vom Verein der Freunde der Nationalgalerie ausgelobt und ist mit 50000 Euro Preisgeld eine der höchstdotierten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Omer Fast nahm den Preis am Dienstagabend im Hamburger Bahnhof, dem Berliner Museum für Gegenwartskunst, entgegen. Dort sind noch bis zum 3. Januar die Arbeiten der vier Nominierten zu sehen. Auf der Shortlist standen neben Fast Annette Kelm, Keren Cytter und Danh Vo.

Gefördert werden sollen Künstlerinnen und Künstler im Alter unter 40 Jahren, die in Deutschland leben und arbeiten. Omer Fast kommt aus Israel und lebt in Berlin. In seinen aufwendigen Videoinstallationen zeichnet der Künstler Gegenentwürfe zu den Bildlogiken der Massenmedien. Für sein Video „Spielberg’s List“ (2003) etwa ging Fast nach Krakau, an die Drehplätze von Stephen Spielbergs Film „Schindlers Liste“, wo er Statisten des Hollywoodfilms interviewte. Dabei ist nie ganz klar, ob die Protagonisten über die Zeit der Nazi-Besatzung oder die Zeit der Hollywoodproduktion reden; ihre Erinnerungen an das Dritte Reich und deren filmisches Re-enactement verschwimmen. Fasts Werke erinnern daran, was sowohl Film und Fernsehen als auch jeder Erzähler verdrängt, verschweigt, hinzufügt.

Die Video-Trilogie „Nostalgia“, die er für die Shortlist-Ausstellung im Hamburger Bahnhof produziert hat, dreht sich um ein Interview mit einem Londoner Asylbewerber, das Fast geführt hat. In den drei Teilen wird die Flüchtlingsgeschichte auf ganz verschiedene Weise erzählt: als Dokumentation, als TV-Interview und in Spielfilmsequenzen.

Die Jury für den diesjährigen Preis bestand aus Daniel Birnbaum (Leiter der 53. Biennale in Venedig), Samuel Keller (Direktor der Fondation Beyeler, Basel), Christine Macel (Kuratorin im Musée national d’art moderne, Centre Pompidou, Paris), Gabriele Knapstein (Kuratorin am Hamburger Bahnhof, Berlin) und Udo Kittelmann (Direktor der Nationalgalerie, Berlin).

Mehr unter www.preis2009.de