Kritiker Leo Steinberg gestorben
New York (monopol) – Der amerikanische Kritiker und Kunsthistoriker Leo Steinberg ist am Sonntag im Alter von 90 Jahren in seiner Wohnung in Manhattan gestorben.
Das bestätigte seine Assistentin Sheila Schwartz am gestrigen Montag. Der in Berlin aufgewachsene Sohn des Politikers Isaac Steinberg gehörte zu den einflussreichsten Kunsthistorikern im Amerika des 20. Jahrhunderts. Sein Interesse reichte von der Renaissance bis zur Kunst seiner Zeit. Seine bekanntesten Bücher sind die Essaysammlung „Other Criteria und „The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion“.
In seinem Buch über die moderne Kunst, „The Painted World“, ernannte der Schriftsteller Tom Wolfe Leo Steinberg gemeinsam mit Clement Greenberg und Harold Rosenberg zu den „Kings of Cultureburg“, einer Kritikertrias, die den Geschmack des Publikums in den 50er- und 60er-Jahren bestimmten, mehr als die Maler selbst.
Der Einfluss Steinbergs auf Künstler ist auch heute noch zu spüren. So ist etwa zurzeit im Wiener Museum Moderner Kunst Tacita Deans neuer Film „The Line of Faith“ (2011) zu sehen, der die Hand des Kunsthistorikers beim Schreiben seines gleichnamigen Buches über Michelangelos „Jüngstes Gericht“ zeigt.
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