Max Hollein kritisiert Pekinger Ausstellung
Frankfurt/Main (dpa) - Der Frankfurter Museumschef Max Hollein sieht durch Ausstellungen wie «Die Kunst der Aufklärung» in Peking die Freiheit der deutschen Museen bedroht.
«Ich habe meine Schwierigkeiten damit, dass Museen in den Dienst der Außenpolitik treten», sagte Hollein der Tageszeitung «Die Welt» (Samstag).
«In Deutschland haben sich die Museen eine Freiheit erkämpft, die zum Beispiel die französischen nicht haben. Wenn der Louvre seine Fahne in Dubai hisst, dann mögen dafür auch Museumsgründe eine Rolle spielen», sagte der 41 Jahre alte Wiener. «Vor allem aber geht dem Joint Venture eine Regierungsentscheidung voraus.»
Hollein, der die Kunsthalle Schirn, das Städel Museum und das Liebieghaus leitet, appellierte an seine Kollegen: «Wir sollten, denke ich, die Freiheit der Museen in Deutschland verteidigen.»
Das Auswärtige Amt hatte mit den Dresdner, Berliner und Münchner Museen eine Ausstellung im neuen Pekinger Nationalmuseum organisiert und mit zehn Millionen Euro gefördert. Seit der Festnahme des chinesischen Künstlers und Regime-Kritikers Ai Weiwei fordern Politiker und Kulturschaffende, die Ausstellung abzubrechen.
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