Ai Weiwei

Herta Müller liest für faire Behandlung von Ai Weiwei

Berlin (dpa) - Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller will sich gemeinsam mit Kollegen für eine faire Behandlung des gegen Kaution freigelassenen chinesischen Künstlers Ai Weiwei einsetzen.

23.06.2011

Müller, Norbert Bisky und Uwe Kolbe lesen dafür am Montag in Berlin aus den in China verbotenen Blogtexten des prominenten Regimekritikers, wie der Berliner Galiani Verlag am Donnerstag mitteilte.

Die Veranstaltung läuft parallel zum Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao in Berlin und war schon früher angekündigt worden. Ursprünglich sollte dabei die Freilassung von Ai Weiwei gefordert werden. Inzwischen wisse man zwar, wo der Künstler sei, wirklich «freigelassen» sei er aber noch nicht, hieß es bei den Veranstaltern. Ai Weiwei war am Mittwoch zweieinhalb Monate nach seiner Verschleppung gegen strenge Auflagen und Kaution aus der Haft entlassen worden.

Die Universität der Künste Berlin, die den Regimekritiker Anfang April als Gastprofessor berufen hatte, reagierte besorgt. Das gelte sowohl für den Gesundheitszustand des Künstlers wie auch für die Tatsache, dass er nur unter Vorbehalt freigelassen sei, hieß es in einer Mitteilung. Universitätspräsident Martin Rennert bat Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Brief um Unterstützung, damit Ai Weiwei die Professur annehmen kann.

Die Berliner Galerie Neugerriemschneider, die den Künstler seit langem betreut, reagierte am Donnerstag mit den Worten: «Wir sind sehr erleichtert, dass Ai Weiwei wieder zurück bei seiner Familie ist und es ihm den Umständen entsprechend gut geht. Wir hoffen, dass auch der Verbleib seiner bis heute verschwundenen Mitarbeiter so schnell wie möglich aufgeklärt wird.»

Ende April hatte Ai Weiwei zu einer Ausstellung seiner neuen Werke in der Galerie nach Berlin kommen wollen, war aber am 3. April auf dem Flughafen Peking festgenommen worden. Seine in China verbotenen Blogtexte erscheinen am 25. Juli beim Galiani Verlag.

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