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Schukowa wird immer wichtiger

Daschas Welt

Die Lebensgefährtin des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch ist zu einer der mächtigsten Figuren im Kunstbetrieb aufgestiegen. Im September erscheint ihr neues Magazin „Garage“, das dank einem Intim-Tattoo von Damien Hirst bereits für reichlich Wirbel sorgt

von Sebastian Frenzel
29.08.2011
Interessiert sich nicht nur für Kunst: Schukowa schaut sich mit Freund und FC-Chelsea-Besitzer Roman Abramowisch (Mitte) ein Fußballspiel an
Interessiert sich nicht nur für Kunst: Schukowa schaut sich mit Freund und FC-Chelsea-Besitzer Roman Abramowisch (Mitte) ein Fußballspiel an

„Früher glaubte ich, dass neue Bewegungen von alleine ins Rollen kommen, aber das stimmt nicht. Individuen sind notwendig, um die Kunst voranzubringen“, sagte Jeffrey Deitch, Direktor des MOCA Los Angeles, bei einem Dinner im Moskauer Kunstzentrum Garage. Gerichtet war das Kompliment an die Gastgeberin Daria „Dascha“ Schukowa, man feierte die Vernissage einer Ausstellung junger amerikanischer Kunst.

Die Lebensgefährtin des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch ist zu einer der mächtigsten Figuren im Kunstbetrieb aufgestiegen: Als sie 2008 ihr Zentrum eröffnete, das mit 8500 Quadratmetern über mehr als doppelt so viel Fläche verfügt wie die Turbinenhalle der Tate Modern, hielten das viele für Mätzchen einer Milliardärin. Hans-Ulrich Obrist preist Garage heute als „eine Institution von Weltklasse“. Und Schukowas Appetit ist noch lange nicht gestillt.

Anfang des Jahres sagte Abramowitsch eine Investition von 400 Millionen Dollar in die Insel Neu-Holland im Zentrum von St. Petersburg zu, Dascha will hier von den New Yorker Architekten WORK Architecture Company (WORKac) ein Kunstareal errichten lassen. Möglicherweise wird darauf auch einmal die große Installation von Jason Rhoades gezeigt, die sie im Juni auf der Art Basel für rund eine Million Dollar erwarb. Ende August kooperiert sie mit dem FotoFest International, Houston.

Am 5. September wird zudem „Garage“ erscheinen, ein Magazin für Kunst und Mode, für das sie die frühere Chefredakteurin der französischen „Vogue“, Joan Juliet Buck, gewinnen konnte und den Art Director Mike Meiré. Das Heft hat schon vor Veröffentlichung für Wirbel gesorgt: Ein Cover (es gibt insgesamt drei Varianten verschiedener Künstler) zeigt einen von Damien Hirst gestalteten Schmetterlings-Aufkleber vor dem Schoß einer Frau. Darunter verbirgt sich, ebenfalls im Intimbereich, ein Schmetterlings-Tattoo. Nicht mehr als ein billiger Abklatsch von Warhols Bananen-Sticker für Velvet Underground, sagen viele. Das von Hedi Slimane fotografierte Motiv hat aber insofern schon funktioniert, als die britische Buchhandelskette WHSmith „Garage“ aus ihren Filialen verbannt hat.

Und dann gibt es noch Art.sy, eine Sammlerplattform, die dieser Tage online gehen soll. An dem Projekt sind neben Schukowa unter anderem Larry Gagosian, Goo­gle-CEO Eric Schmidt und Wendi Murdoch beteiligt.

Die Website Artinfo.com vermutet bereits, dass Schukowa die „Weltherrschaft“ anstrebe. Sie selbst gibt sich ein wenig bescheidener: „Eigentlich liebe ich Physik. Aber Kunst ist ein Feld, auf dem ich für mein Land etwas bewegen kann“, sagte sie dem „Wall Street Journal“.

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