Interpol

Eröffnungen am 2. und 3. September

Wohin am Wochenende?

Ende der Langeweile: Saisonauftakt der Galerien in Frankfurt und Hamburg, Daniel Richter eröffnet in Hannover, Manfred Pernice in Berlin, Riehen/Basel feiert den 100. Geburtstag von Louise Bourgeois

01.09.2011

Daniel Richter „10001nacht“
Die Linie ist wild, emotionsgeladen, böse. In der Malerei von Daniel Richter (Jahrgang 1962) spielt die Linie eine wichtige Rolle. Expressive, aber auch seismologische oder kartografische Linien. Die Kestnergesellschaft in Hannover zeigt neue Arbeiten des deutschen Malers, der in seinen neuen Bildern allegorische Duelle wie Anarchie contra Staat aufführt. Das veränderte Bild des Orients hat sich in die Bilder eingeschrieben. Der Ausstellungstitel „10001nacht“ spielt mit der Extra-Null auf Ground Zero an, als hätte Scheherazade die Zwillingstürme stürzen sehen.
Kestnergesellschaft, Hannover, 4. September bis 6. November, Vernissage: 3. September, 19:00 Uhr

Louise Bourgeois: „A l’infini“
Weglaufen oder tapfer ins Auge blicken? Die Frage stellt sich für Arachnophobiker, wenn sie Louise Bourgeois’ gut zehn Meter hohe Bronzespinne „Maman“ im Park der Fondation Beyeler erblicken. Anlässlich des 100. Geburtstags der 2010 verstorbenen Künstlerin widmet ihr das Museum eine Ausstellung, die zentrale Themen der Französin behandelt. Wie Bourgeois ihre Lebensgeschichte – etwa ihr Mutterverhältnis – und ihre Emotionen in Werke umgoss, bleibt einmalig. Aus der Reihe ihrer „Cells“ ist die größte namens „Passage Dangereux“ zu sehen, außerdem bedeutende Zeichnungen. Der Ausstellungstitel „A l’infini“ („Bis ins Unendliche“) stammt von einer späten Grafikserie des Jahres 2008.
Fondation Beyeler, Riehen/Basel, 3. September bis 8. Januar 2012, Vernissage: 3. September, 15:00 bis 17:00 Uhr

Manfred Pernice
Selten war Recycling so produktiv wie bei Manfred Pernice. Seit der ersten Berlin-Biennale 1998 vertritt der Berliner Künstler einen Skulpturbegriff, der sich gegen vorgefertigte Baukastensysteme wendet. Spannend, wie Pernice Bau- und Archivmaterial oder Alltagsmüll mit untrüglichem Sinn für das große Ganze zusammenbaut. Er greift das Hässliche und Billige auf, um es zu würdevollen, doch irgendwie slapstickhaften Mini-Architekturen zu veredeln. Moderne-Kritik, Dekonstruktion und Konstruktion halten sich dabei die Waage. Für den Neuen Berliner Kunstverein entwirft der 1963 geborene Künstler eine ortsbezogene Skulptur. Die Kunst ist eine Baustelle. Aber selten eine so schöne.
Neuer Berliner Kunstverein, 6. September bis 28. Oktober, Vernissage: Freitag, 2. September, 19:00 Uhr

Saisonauftakt in Frankfurt und Hamburg
Laut einer aktuellen Studie der Kunsthandelsvereinigung Cinoa sinken die Besucherzahlen der Galerien, das Geschäft verlagere sich auf Messen und Internet. Man mag der Statistik nicht ganz glauben: Galerienrundgänge sind derartige Publikumsmagnete, dass sich das Modell inzwischen in fast allen größeren Städten durchgesetzt hat. Den Auftakt machen in diesem Jahr Frankfurt mit dem „Saisonstart“ (2. bis 4. September) und Hamburg, wo 21 Fleetinsel- und Kontorhausgalerien am 2. und 3. September gemeinsam Vernissage feiern.

Frankfurt:


Hamburg

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