Dresden bekommt Selbstbildnisse von Ai Weiwei
Die Fotokunst hat seit dem späten 19. Jahrhundert einem festen Platz im Dresdner Kupferstich-Kabinett. Schwerpunkt ist die Fotografie in Deutschland. Ankäufe zeitgenössischer Werke scheitern oft am Geld. Kunstfreunde schenkten nun Selbstporträts eines «Superstars».
Dresden (dpa) - Werke von Ai Weiwei erweitern künftig die Sammlung der Gegenwartsfotografie im Kupferstich-Kabinett Dresden. Die Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen erwarben die Folge «New York Photographs 1983-1993» des chinesischen Künstlers, sagte eine Sprecherin des Vereins Museis Saxonicis Usui (MSU) am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Die zwölf fotografischen Selbstbildnisse entstanden zwischen 1983 und 1993 in New York.
Darin dokumentiert Ai Weiwei seinen Lebensalltag als junger chinesischer Künstler in der für ihn unbekannten westlichen Kultur. In zum Teil humorvollen fotografischen Posen zitiert er zeitgenössische internationale Künstlergrößen wie Warhol, Duchamps oder Beuys und tritt in einen künstlerischen und interkulturellen Dialog mit einer Welt jenseits seiner Heimat.
«Das Kupferstich-Kabinett Dresden sammelt seit über 100 Jahren Fotografie unter künstlerischen Gesichtspunkten», sagte Direktor Bernhard Maaz. Der Bestand umfasse knapp 10 000 Werke. Da diese Tradition auf hohem Niveau und mit wichtigen internationalen Positionen fortgesetzt werde, sei der Erwerb «ein großer Gewinn».
Sie zeige, wie sich der ins Ausland gegangene Künstler mit westlicher Geistesgeschichte und den eigenen Wurzeln beschäftige. Die Blätter mit den Fotografien im Handyformat sind von Mittwoch an für zwei Monate im Studiensaal des Kupferstich-Kabinetts zu sehen, sagte MSU-Geschäftsführerin Maria Krusche.
Ai Weiweis Schaffen liege dem Freundeskreis schon lange am Herzen. Bereits 2009 hatte dieser mit «Marble Door» (2007) eine zentrale Skulptur des Bürgerrechtlers für die Galerie Neue Meister im Albertinum gekauft. Der neuerliche Ankauf aus einer deutschen Galerie wurde ein Jahr lang vorbereitet, sagte Krusche. Er sei kurz vor der Verhaftung des Regimekritikers im März erfolgt.
Ai Weiwei war erst im Juni auf Kaution freigelassen worden. Dem 54-Jährigen wird Steuerhinterziehung vorgeworfen, aus Sicht seiner Familie soll er aber nur zum Schweigen gebracht werden. Über seine 80 Tage in Haft sind kaum Details bekannt.
Der Freundeskreis unterstützt seit 1991 die zwölf Museen der Kunstsammlungen und hat mehr als 1100 Mitglieder. Zuletzt hatten die MSU 128 000 Euro für die Restaurierung des «Canaletto-Blicks», der berühmten barocken Stadtansicht von Dresden von Bernardo Bellotto, für die Gemäldegalerie Alte Meister gesammelt.
- Lange vor Eröffnung: Ansturm auf Chagall-Schau
21.05.2012 - Museum Kunstpalast noch bis 2013 teilweise gesperrt
21.05.2012 - Riesiger Kinderstuhl zu Marcel Breuers Geburtstag
21.05.2012 - Probe von Documenta-Kunstwerk
18.05.2012 - Wallraf-Richartz-Museum sucht neuen Direktor
16.05.2012 - Christiane Lange wird Chefin der Stuttgarter Staatsgalerie
15.05.2012 - Barbara Klemm erhält "Leica Hall of Fame Award"
14.05.2012 - Ruhr-Museen tauschen für einen Tag Direktoren
14.05.2012 - Documenta-Geschäftsführer ruft nach mehr Geld
14.05.2012 - Auktionshäuser setzten mehr als 1,3 Milliarden um
12.05.2012
- Ai Weiwei (Künstlerdatenbank)
Ai Weiwei kritisiert «Kunst der Aufklärung»
Niemals schachmatt
Ai Weiwei nach Steinwürfen erneut im Verhör
Das war das Kunstjahr 2011
Fans protestieren mit Nacktfotos
Ai Weiwei: Zahlung für Strafbefehl gescheitert
Chinesisch für Anfänger
Ai Weiwei am einflussreichsten in der Kunstwelt
Neues Symbol für Menschenrechte: Taube in UN-Blau
Wohin am Wochenende?
Ai Weiwei meldet sich zurück
„Als Künstler ist er völlig uninteressant“
Chinesische Künstler und Intellektuelle in Haft
«Free Ai Weiwei»-Schriftzug auf Kunsthaus Bregenz
Herta Müller liest für faire Behandlung von Ai Weiwei
Protest in Berlin gegen Ai Weiweis Verhaftung
"Mir geht es gut"
Wie geht es weiter mit Ai Weiwei?
Ai Weiwei könnte Thema bei deutsch-chinesischen Regierungstreffen werden
Es war einmal
Henkel vermisst Einsatz der Wirtschaft für Ai Weiwei
Regimegegner projiziert Ai Weiwei an chinesisches Konsulat
China kritisiert deutsche Medien wegen Ai Weiwei
Ai Weiwei zum Mitglied der Akademie der Künste gewählt
Max Hollein kritisiert Pekinger Ausstellung
New York zeigt Skulptur von Ai Weiwei
Westerwelle kommt zur Eröffnung der Ai-Weiwei-Ausstellung
Lehmbruck Museum demonstriert für Ai Weiwei
Performance für Ai: Hamish Fulton in der Tate
Tausende fordern in Hongkong Freilassung von Ai Weiwei
Tilman Spengler: Westen ist «Meister der Nichteinmischung»
Protest für Ai Weiwei
Amnesty International verlangt Freilassung von Ai Weiwei
Weltweite Protestaktion für Freilassung Ai Weiweis
Aufklärungsausstellung in China ein Flop
Martin Roth wehrt sich: Dialog mit China sinnvoll
Kasper König: In Peking ist «was schief gelaufen»
Chris Dercon fordert mehr Einsatz für Ai Weiwei
Ermittlungen gegen Ai ausgeweitet - Kritik der EU
Guggenheim startet Petition für Ai Weiwei
Nach Ai Weiwei-Festnahme: Haus der Kunst kritisiert Museen
Ermittlungen gegen Ai Weiwei wegen «Wirtschaftsverbrechen»
„Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit“
Hoffnungsschimmer
Die Trauben hängen hoch
KNIETIEF IM DISPO
Bilder des Zusammenhalts
Nach dem Hype
Große Geschichten - Künstlerdatenbank: alle Künstler in der Übersicht




