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Henrik Schrat
Lässt die Kunst sich mit Ökonomie ein, murrt das Publikum. Vielleicht, weil wir Geld gern haben, aber weniger gern darüber sprechen. Und Künstler dürfen damit per se nichts zu tun haben. Henrik Schrat gehört zu den wenigen, die wirtschaftlichen Erfolg nicht nur anstreben, sondern sich dem Thema auch lustvoll und ideologiefrei widmen.
Inspiriert von Comics, Märchen oder Science-Fiction-Filmen entwickelt der 1968 in Greiz, Thüringen, geborene, in Dresden und London ausgebildete Künstler narrative Strategien, um ökonomische Verhältnisse zu untersuchen.
Für die Schattenriss-Raumgestaltung im Kasino des Deutschen Bundestags („Milch & Honig“) inszenierte er eine Welt aus Warenströmen; sie verdichten sich stellenweise zu schwarzen Löchern, die Res sourcen und Ener- gien eher absaugen als freigeben. Bei Olaf Stüber war neulich die Intarsienarbeit „Outsourcing“ zu sehen. Schrat suchte und fand in Indien einen Handwerker für Einlege arbeiten. Ebendiese Geschichte erzählt das fertige Werk in 21 Episoden und neun Holzarten, zugleich ist es ein Essay über den Konflikt zwischen Kosten-Nutzen-Denken und unternehmerischer Verantwortung.
Weil Henrik Schrat alles genau wissen will, macht er zurzeit seinen Doktor an einer britischen Business-School. Kein Wunder, dass er demnächst in Birmingham und London seine Serie von „One Day Comics“ präsentiert – Bildergeschichten, für die er mit je einem zweiten Autor bewusst unter Zeitdruck zusammenarbeitet. Zeit ist eben Geld.
Henrik Schrat wird vertreten von der Galerie Olaf Stüber, Berlin
- Henrik Schrat (Künstlerdatenbank)
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