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Werkverzeichnis Gerhard Richter

Gerhard Richters Arbeiten hängen in Museen, Galerien und privaten Sammlungen weltweit. Das nach ihm benannte Archiv in Dresden arbeitet seit Jahren an einem umfassenden Werkverzeichnis. Zur Frankfurter Buchmesse liegt nun der erste Band vor

11.10.2011

Dresden (dpa/sn) - Von «Tisch» bis «Weihnachtsmarkt»: Das Gerhard Richter Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden hat den ersten Band eines umfassenden Werkverzeichnisses der Bilder und Skulpturen des Künstlers (Hatje Cantz Verlag) vorgelegt. Auf 512 Seiten sind im Catalogue Raisonné Band I englisch/deutsch die frühen, zwischen 1962 und 1968 entstandenen Werke des Malers abgebildet und beschrieben. «Neben Titel, Entstehungsjahr, Maßen, Technik sind Besitzer, Listen der Ausstellungen und Literatur, Vergleichsabbildungen, Zitate des Künstlers und Kommentare angegeben», sagte Archivleiter Dietmar Elger am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in der Elbestadt.

Der erste Katalog reicht von der Nummer 1 «Der Tisch» von 1962 bis zur Nummer 198 «Weihnachtsmarkt» von 1968, das eigentlich Richters 385. Werk war, so Elger. Insgesamt sind knapp 400 Werke verzeichnet, darunter die ersten Fotobilder und ersten abstrakten Gemälde, die zu den Hauptwerken des bedeutendsten deutschen Gegenwartskünstlers zählen. Berühmte Bilder wie «Motorboot» (1965), «Ema (Akt auf der Treppe)» (1966) oder das Objekt «4 Glasscheiben» (1967) werden ausführlich beschrieben und ganzseitig abgebildet. Basis von Elgers Recherchen ist die Dokumentation des aus Dresden stammenden Malers, der 1961 in den Westen übersiedelte und in Köln lebt und arbeitet.

«Er hat seine Werke nach Nummern geordnet, wobei die Reihenfolge aber nicht immer präzise den Jahreszahlen entspricht.» Viele seien zu Werk- oder Themengruppen zusammengefasst. «Für Richter beginnt sein eigentliches Oeuvre mit den Bildern, für die er Fotovorlagen aus Illustrierten und privaten Fotoarchiven verwendete», sagte der Kunsthistoriker und Richter-Biograf. «Alles davor, auch die Versuche in Richtung Informel oder Abstraktion, galten der Orientierung.»

Der Catalogue Raisonné soll bis 2018 abgeschlossen sein. «Er ist nicht nur auf aktuellem wissenschaftlichen Stand, sondern liefert erstmals Informationen zur Provenienz von insgesamt 3400 Werken.» Elger recherchiert dafür seit acht Jahren, mit Unterstützung des Künstlers. Der 79-Jährige habe «ja ein Faible für Ordnungen, System und Registrierungen». Dabei hat Elger auch zwei große Gemälde von 1967 gefunden: das Porträt der Eltern seines früheren Galeristen mit dem Titel «Casino» und «Vogelfluglinie», das ein Fährschiff zeigt. «Er schenkte es einem Freund.»

Gedanklich ist Elger schon beim nächsten Band, der 2013 erscheinen soll. «Es wird der dritte sein, der die Jahre 1976 bis 1987 umfasst.» Wegen der sehr schwierigen Recherche der 1970er Jahre mit den monochrom grauen Bildern und Vermalungen brauche es für den zweiten Band mehr Zeit. «Ich hoffe, dass noch weitere Werke bei Auktionen oder auf dem Kunstmarkt auftauchen und Besitzer sich melden.»

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