Eröffnungen am 4. und 5. November
Wohin am Wochenende?
Maurizio Cattelan hört auf, zeigt aber noch einmal in New York, was er drauf hat. Kiel fragt nach dem Wert des Wertlosen, Berlin nach der Beziehung zwischen Musik und Kunst. In der Hauptstadt ist auch die letzte gemeinsam konzipierte Schau von Anna & Bernhard Blume zu sehen. Cosima von Bonin stellt in Köln aus, Norbert Bisky in Paris, Amy Sillman in Berlin
Maurizio Cattelan: „All“
Guggenheim, New York, bis 22. Jan., Eröffnung am 4. Nov. von 18 bis 23 UhrAmy Sillman: „Thumb Cinema“
Energische Pinselgesten, zerkratzte oder teilweise abgeschabte Farbe, zart mit Ölkreide geschwungene Linien: Die Malerei von Amy Sillman besitzt eine eigenartige Attraktivität. Man glaubt sich stets kurz davor, die seltsamen Bildzeichen dechiffrieren zu können, die ihr Geheimnis doch nie ganz preisgeben. Die New Yorkerin, Jahrgang 1955, zählt zu den konsistentesten und erfindungsreichsten Malern der USA. Vielleicht trägt ihre Soloausstellung bei Capitain Petzel in Berlin dazu bei, dass ihr Rang auch in Europa erkannt wird. Neben neuen Ölbildern wie „Mouth“ sind via iPhone gezeichnete Vorskizzen zu sehen. Dazu das ruckelige Animationsvideo „Pinky´s Rule“, das einen Eindruck von den Metamorphosen im Bildfindungsprozess gibt. (monopol)
Capitain Petzel, Berlin, 6. Nov. bis 23. Dez., Eröffnung am 5. Nov., von 18 Uhr bis 20.30 Uhr
„Let the Rhythm Hit 'Em“
Wer inspiriert hier eigentlich wen? Kunst und Musik – deren Schnittstellen geht jetzt die Gruppenausstellung „Let the Rhythm Hit ’Em“ auf den Grund. Der Titel stammt von dem gleichnamigen Album des Hip-Hop Duos Eric B. & Rakim aus den 90ern. Festival-Fotografie vom Kollektiv Die tödliche Doris trifft etwa auf den mit Farbfetzen überworfenen Plattenspieler von Matthias Meyer. Neben der bildenden Kunst ist die Ausstellung aber vor allem der Performance gewidmet: der künstlerischen Disziplin, die Ton und Bild verschmelzen lässt. Der Eröffnungsabend wird von fünf verschiedenen Musikern begleitet und ab 23 Uhr bringt eine Konzertperformance wummernde Electro-Beats. (monopol)
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin, bis 15. Jan., Eröffnung am 4. Nov., ab 19 Uhr
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Vom Wert des Wertlosen in der Kunst“Wir sind, was wir wegwerfen: Die Kieler Kunsthalle denkt über Müll als Ausdruck gesellschaftlicher Zustände nach und zeigt, wie vielschichtig die Kunst das Thema aufgearbeitet hat. Die Ausstellung "From Trash to Treasure" versammelt 70 zeitgenössische und historische Werke von 46 Künstlern. Den Müll der Sängerin Madonna oder des Hollywoodstars Jack Nicholson zeigen Foto-Kästen der Franzosen Bruno Mouron und Pascal Rostain, die damit die Neugierde vieler Menschen über den Konsum Prominenter (und damit über ihre Lebensweise) bedienen. Der deutsche Aktionskünstler HA Schult ist mit einem düsteren Wandkasten-Objekt von 1972 aus dem Besitz der Kieler Kunsthalle vertreten. Es zeigt eine untergehende, von Umweltzerstörung geprägte Industriegesellschaft, die auf ihrem eigenen Müll gegründet zu sein scheint, gestaltet mit Miniaturen, die bereits an Werke der britischen Brüder Jake und Dinos Chapman erinnern. Eines der Schlüsselzitate von HA Schult lautet: «Wir produzieren Müll, sind aus Müll geboren und werden wieder zu Müll.» (dpa)
Kunsthalle zu Kiel, bis 5. Feb., Eröffnung am 4. Nov. um 19 UhrCosima von Bonin: „Cut! Cut! Cut! Loop #4 of the Lazy Susan Series“
Ab diesem Freitag verwandelt Cosima von Bonin das Kölner Ludwig Museum in ein gigantisches Kinderzimmer: 70 Werke werden zu sehen sein – die meisten davon riesige Kuscheltiere und Textil-Konstrukte. Zentrales Werk ist ein schwarzer Stoffhase, der auf einer Drehscheibe liegt und den Titel „Amateur Dramatics“ trägt. Seine Füße tragen de Worte „Sloth“ (Faultier). Von Bonin greift damit den Ausstellungstitel wieder auf, denn im Englischen bezeichnet das Haushaltsgerät „Lazy Susan“ einen drehbaren Tischaufsatz. Köln ist die letzte Station („Loop #4“) der Wanderausstellung und beginnt am Eröffnungsabend mit einer Lesung von Theaterregisseur René Pollesch und Tocotronic-Musiker Dirk von Lowtzow. (monopol)
Museum Ludwig, Köln, bis 11. April 2012, Eröffnung am 4. Nov. ab 19 Uhr mit anschließender After-Show Party im King GeorgeNorbert Bisky: “Decompression”
Dekompression ist eine kontrollierte Verminderung des Drucks. Wie gewohnt zeigen die Gemälde des des Berliners Norbert Bisky schöne Männer, jedoch haben sich die Hintergründe verändert: Brennende Autos, alptraumartige Chaos-Landschaften und einstürzende Neubauten umranden jetzt die Gestalten und setzen sie einen perversen Kontrast zur traurigen Realität. Biskys zweideutiges Bild „Happy Ending“ erscheint deswegen wie ein verlorener Kampf, in dem sich zwei nackte Protagonisten dem Chaos stellen und ganz ohne kontrollierte Druckverminderung darin eintauchen. (monopol)
Galerie Daniel Templon, Paris, 5. November bis 31. Dezember, Eröffnung am 5. Nov., 12 – 20 UhrAnne und Bernhard Blume: Aktionsmetaphern
"Transzendenz, wie artikuliert sich das heute, am 'Ende der großen Erzählungen' nach dem Ende der Metaphysik? Gibt es womöglich auch heute noch Bedarf für sentimentale Hinweise auf ein irgendwie ganz Anderes und Jenseitiges?", fragten Anna & Bernhard Blume in einem Papier. Jetzt ist am Berliner Standort der Buchmann Galerie die Werkgruppe "Trans-Skulptur" zu sehen, das letzte Werk des seit den 80er-Jahren gemeinsam arbeitenen Künstlerpaares. Bernhard Blume ist im September im Alter von 73 Jahren gestorben.
Buchmann Galerie, Berlin, bis 14. Jan. 2012, Eröffnung am 4. Nov., 19 - 21 UhrWeitere Termine finden Sie in unserem Vernissage-Kalender
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