Berlin Biennale 2012

Verhaftung und Flucht von russischem Kunst-Aktivisten

Ko-Kuratoren der Berlin-Biennale verhaftet

Leonid Nikolaev, Mitglied des russischen Künstlerkollektivs Voina und Ko-Kurator der kommenden Berlin-Biennale, wurde am Sonntag bei kremlkritischen Protesten in St. Petersburg verhaftet. Am Montag gelang ihm die Flucht

07.12.2011

Nikolaev nahm an Protesten gegen die umstrittene Parlamentswahl vom Sonntag teil und motivierte mit einer Trillerpfeife eine Gruppe von Demonstranten, die die „Internationale“ sangen. Die Polizei nahm Dutzende Demonstranten fest, darunter Nikolaev. Nach Angaben des Künstlerkollektivs sollen die Festgenommenen geschlagen worden sein. Ein Gespräch mit einem Anwalt soll ihnen verweigert worden sein. Am nächsten Morgen gelang Nikolaev die Flucht aus der Polizeistation, weil seine Zelle nicht richtig verschlossen war. Nach Angaben von Voina werden mittlerweile sowohl Nikolaev als auch die im achten Monat schwangere Natalia Sokol, ein weiteres Voina-Mitglied, durch einen internationalen Haftbefehl von Interpol gesucht.

Der Kurator der siebten Ausgabe der Berlin-Biennale, Artur Żmijewski, hatte die Gruppe Voina und Joanna Warsza letzte Woche offiziell zu assoziierten Kuratoren ernannt. Die Biennale findet im Frühjahr statt. Voina rebelliert schon seit Jahren mit aktionistischer Straßenkunst gegen russische Autoritäten, ihre Mitglieder sind wiederholt verhaftet worden. (monopol)