Eine Kunsthalle für den Berliner Schloßplatz
Von Venedig lernen
In Venedig steht sie bereits – eine temporäre Kunsthalle, wie sie Monopol für den Berliner Schloßplatz erträumt.
Gestaltet vom britischen Architekten David Adjaye in Zusammenarbeit mit dem Künstler Olafur Eliasson, gefördert von Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, bringt der strenge Pavillon auf der Isola San Lazzaro degli Armeni Kunst und Architektur zur Konvergenz. Berlin darf hoffen, denn dem Pilotprojekt während der Architekturbiennale sollen weitere „Art Pavillons” weltweit folgen. Während der Berliner Senat gerade dabei ist, eine solche Chance zu vergeben, und auf dem Schloßplatz im Jahr 2008 nun doch die Bundesrasenschau eröffnen möchte, wächst die Zahl der Zweifler, die in der Farbe Grün den allerkleinsten gemeinsamen Nenner sehen.
Die Monopol-Aktion findet immer mehr Unterstützer. So auch die CDU-Kulturpolitikerin Monika Grütters, die im Bundestag dafür werben will. „Berlin braucht dringend eine Kunsthalle, und die ist an diesem Ort auch besser als die langweilige Begrünung, die sowieso nur die Kulisse für die nächste Rummelmeile mit Bratwurstbuden und Karussells ist. „Ich bin für so eine witzige Idee wie das ‚Museum auf Zeit‘ von Monopol. Das ist eine gute Lösung, wenn man etwas für die Kunst tun will“, sagte sie auf einer Diskussion in der Monopol-Lounge auf dem Art Forum Berlin. Ihr sekundierte Nicolaus Schafhausen, der in Rotterdam, Köln und Venedig gleichermaßen beschäftigt ist: „Deutschland isoliert sich im Vergleich zu anderen Ländern, was die institutionelle Vermittlung zeitgenössischer Kunst anlangt. An der Spitze liegt Berlin, es ist einfach absurd, daß die Kunst, die hier entsteht, nirgendwo zu sehen ist.“
Dieser Artikel erschien in Ausgabe 06/2006.




