Vorstudien

Drei Fragen an Samuel Keller

Samuel Keller über die Miamisierung

01.06.2006

Herr Keller, was ist das Besondere an der Art Basel Miami Beach? Die von Ihnen begründete Messe gilt als die größte Party der Szene. Wird der Kunstmarkt zum Jahrmarkt?
An der Art Basel Miami Beach stellen in diesem Dezember die renommiertesten Galerien der Welt aus. Die Direktoren und Kuratoren fast aller bedeutenden Museen besuchen sie ebenso wie Hunderte von an­gesehenen Künstlern und Sammlern. Ohne Zweifel hat die Veranstaltung Glamour – es kommen Jet Setter und Celebrities, was gerade in den Medien oft das Bild prägt. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum sich Menschen für Kunst interessieren. Wir versuchen, dies zu berücksichtigen. Für einige spielt auch der gesellschaftliche Aspekt eine Rolle.

Und die haben Sie gerne als Gäste in Miami?
Die Kunst steht bei uns im Mittelpunkt. Wir sind weder der Ansicht, daß die Kunstwelt langweilig sein muß noch glauben wir, daß Kunst zur Unterhaltung dienen soll.

Was kommt nach dem Boom?
Ich bin kein Prophet. Aber ich finde es toll, daß es so viel Interesse für die junge Generation gibt. Und ich beobachte auch, daß einige Sammler, die immer den jüngsten Künstlern nachgejagt sind, angefangen haben, sich für deren Vorbilder zu interessieren. Viele Künstler schaffen ihre besten Werke nicht, wenn sie gerade aus der Kunstschule kommen. Und der Hype des Kunstmarkts übersieht immer wieder gute Künstler, deren Bedeutung erst nach Jahren erkannt wird. Bei den teilweise sehr hohen Preisen fü

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 06/2006.