Interpol

Hochschulreport 2006

Wie lehrt man Kunst, Katharina Fritsch?

Sie sollen in ihren Schülern an dem Innersten rühren, Ängste erkennen, Phantasie sichtbar machen: die Professoren. Monopol befragte fünf berühmte Künstler, wie sie es schaffen, daß Studenten ihr Thema finden und wie die epigonalen Gespenster verscheucht werden. Natürlich kommt auch der Oppositionsführer Meese zu Wort.

01.09.2006

Katharina Fritsch, geboren 1956, hat ihr Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Münster abgebrochen und wechselte zu Fritz Schwegler nach Düsseldorf. Sie hat mit großen Skulpturen auf sich aufmerksam gemacht, die Bildthemen aus der Konsum-, Mythen und Traumwelt zum Inhalt haben. Seit 2001 ist sie Professorin für Bildhauerei – in Münster.

Warum wird man vom Künstler zum Lehrer? Wie lehrt man Kunst?
Man ist ja immer noch Künstler, wenn man Lehrer wird. Ich habe immer sehr
viele Akademiestudenten hier aus Düsseldorf, die in meinem Atelier für mich arbeiten. Das war immer ein schöner Erfahrungsaustausch,
über die Jahre habe ich da einige Nachfolgegenerationen kennengelernt. Da lag das mit der Lehre nicht so fern, man ist ja auch verantwortlich, etwas weiterzugeben und lernt gleichzeitig was von den Jüngeren.

Was tun Sie, damit Ihre Schüler nicht zu Epigonen werden?
Das müssen die Schüler schon selbst entscheiden. Da ich in Münster lehre und hauptsächlich im Ausland ausstelle, bin ich nicht gar so
übermächtig. Bei den Gesprächen mit den Studenten geht es eh fast nur um ihre eigenen Arbeiten, die sollen schon von Anfang an versuchen, das Eigene zu finden.

Was können Ihre Studenten besser als Sie?
Gefährliche Frage! Die können bestimmt einiges besser als ich – was, sag ich aber nicht.


Außerdem in diesem Spezial:

Jonathan Meese
Thomas Bayrle
Ralf Kerbach
Durs Grünbein
Franz Ackermann

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 05/2006.

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