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David Shrigley in London

Ameisen haben Sex in deinem Bier!

Die Saftigkeit von Popkultur: Der britische Künstler David Shrigley bringt Besucher der Londoner Hayward Gallery zum Lachen

von Julia Grosse
08.02.2012
David Shrigley "Pumpkin", 1998, © the artist and courtesy of the artistzur Bilderstrecke
David Shrigley "Pumpkin", 1998, © the artist and courtesy of the artist

Zu Banksy kann man stehen wie man will, doch seine Ausstellung zog Massen ins Museum. Die Arbeiten des britischen Künstlers David Shrigley sind gerade erst ein paar Tage in London zu sehen, doch bereits jetzt ist klar, dass auch diese Schau Besucherrekorde brechen wird. Ähnlich wie bei Banksy, nur ohne das Reizwort „Street Art“, steht man bei Shrigley im Museum - und muss lachen. Über die Absurditäten des Alltags, die Shrigley mit der Hand eines scheinbar betrunkenen Comiczeichners zerlegen und unfassbar komisch neu zusammenbasteln kann.

„Sie finden diesen Hund ekelig? Ich kann ihn rausbringen und umbringen, wenn Sie wollen“, „Ich bin ein Laufstegmodel. Ich bin sehr hässlich, doch niemand scheint das zu bemerken“. Shrigley, der in Glasgow Kunst studierte, ist grausam wie Zeichnerkollege Dan Perjovschi, nur geht es selten um Politik, sondern um die Saftigkeit von Popkultur.

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  • David Shrigley "Pumpkin", 1998, © the artist and courtesy of the artistDavid Shrigley  "I’m Dead", 2010, © the artist and courtesy of the artist Collection Hamilton Corporate Finance LimitedDavid Shrigley "Untitled", 2011, Courtesy of David Shrigley and Yvon Lambert David Shrigley "Gravestone", 2008, © the artist and Stephen Friedman Gallery, London  David Shrigley "Untitled", 2011, Courtesy of David Shrigley and Yvon Lambert David Shrigley "Brain Activity" at the Hayward Gallery, Foto: Linda Nylind

Der 43-Jährige produziert ein Blatt nach dem anderen, und sein Werk umfasst auch ausgestopfte Tiere, Skulpturen, Trickfilme, Fotos, Gemälde. Sprache spielt dabei immer eine Rolle, wie ein Satiriker des Grauens quasselt Shrigley von Schildern und Bildern: „Ameisen haben Sex in deinem Bier!“, „Gott ist faul“. Den Briten reizen unmögliche, doch menschliche Gedanken. Wäre es nicht bequem, in einer Ohrmuschel zu schlafen? Und so findet man in der Ausstellung ein großes Ohr aus Ton, in dem ein Mann entspannt wie in einem Panton-Sessel.

Während der Kunstmesse Frieze setzte Shrigley den gesamten Stand seiner Galerie Stephen Friedman in Szene, und es wirkte wie eine Kabine voller Lachgas. Höhepunkt war ein ausgestopfter Jack-Russell-Terrier, der lässig auf zwei Pfoten steht und ein Schild mit der Aufschrift „Ich bin tot“ in die Höhe hält. Bitterer kann man Vergänglichkeit kaum in Kunst übersetzen, und vielleicht ist David Shrigleys Werk deshalb so überzeugend, weil er sich nicht unbedingt als Künstler definiert. Eher ist es die „Marke Shrigley“, ein wucherndes Popkulturgewächs, das ständig neue Ableger produziert. Im Shop der Hayward Gallery gibt es ein ganzes Merchandising-Paradies aus Shrigley-Tassen, -T-Shirts, -Musik-Kompilationen und einer gerahmte Edition an der Wand: „Sell your Soul“.

David Shrigley: Brain Activity, Hayward Gallery, London, bis 13. Mai 2012




http://www.youtube.com/watch?v=FHCaK0vmd0Q