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Raue rechnet mit rascher Umsetzung von Museum der Moderne

Berlin (dpa) – Nach der Bewilligung von zehn Millionen Euro durch den Bundestag rechnet der Kunstexperte Peter Raue mit einer raschen Umsetzung des Museums der Moderne in Berlin.

18.06.2012

«Die Entscheidung des Bundestags war nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, es war die Durchschlagung des gordischen Knotens», sagte Raue in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Da das Geld noch für das laufende Jahr in den Haushalt eingestellt sei, könne der Umbau der Gemäldegalerie am Potsdamer Platz bald anlaufen. «Das ergibt die einmalige Chance, die Sammlung Pietzsch mit der Sammlung Marx und Werken der Nationalgalerie zu dem geplanten Museum des 20. Jahrhunderts zusammenzufassen.» Die Sammlung Pietzsch gilt als eine der weltweit wichtigsten Privatsammlungen des Surrealismus.

Raue hatte als Kunstexperte und Rechtsanwalt Ende 2010 den Schenkungsvertrag für die weltberühmte Sammlung Pietzsch an Berlin ausgehandelt. Danach vermacht das Sammler-Ehepaar Ulla und Heiner Pietzsch dem Land seine schon vor Jahren auf 120 Millionen Euro geschätzte Kollektion moderner Kunst unter der Bedingung, dass sie in einem angemessenen Rahmen gezeigt wird. «Pietzsch wollte nie ein Pietzsch-Museum», sagte Raue. «wollte nur, dass seine Sammlung zusammenbleibt - nach dem Grundsatz: Ich kann sie doch nicht hergeben, wenn sie dann im Keller landet.» Mit der jetzt angestrebten Lösung sei der Spender außerordentlich glücklich: «Er war richtig bewegt, als ich ihm von der Entscheidung berichtet habe», so der Anwalt.

Die Sammlung Pietzsch gilt als eine der weltweit wichtigsten Privatsammlungen des Surrealismus. Zu den rund 150 Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen gehören Meisterwerke von Max Ernst, Salvador Dalí, Joan Miró, Frida Kahlo, Jackson Pollock und Mark Rothko. Als sie vor gut zwei Jahren in der Neuen Nationalgalerie erstmals gezeigt wurde, lockte sie mehr als 200 000 Besucher an.

Raue zeigte sich zuversichtlich, dass die mit dem neuen Museum geplante Umgestaltung der Berliner Museumslandschaft ebenfalls Wirklichkeit wird: «Wenn diese Rochade einmal angelaufen ist, wird sie auch ihren Weg gehen», sagte er. Danach ist geplant, die jetzt in der Gemäldegalerie untergebrachten Alten Meister zunächst ins Bode Museum auf die Museumsinsel zu verlegen. Dort soll ein Erweiterungsbau dafür sorgen, dass die ebenfalls hochkarätigen alten Schätze auf Dauer möglichst umfassend gezeigt werden können. «Wenn man einmal sieht, die Sache geht voran, lassen sich möglicherweise auch leichter Spender finden, um das Projekt umzusetzen», so Raue.

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