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Nach Protesten

Stadt will Kunsthalle in Potsdam ermöglichen

Die Potsdamer haben ihre Stimme erhoben. Gebürtige, Hinzugezogene und Prominente haben für eine Kunsthalle im Herzen Potsdams gekämpft. Die Demonstration hat Mäzen Plattner tief beeindruckt - und scheint ihn umzustimmen

19.06.2012
Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD, l) unterhält sich am Montag mit Mäzen Hasso Plattner (Foto: dpa)
Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD, l) unterhält sich am Montag mit Mäzen Hasso Plattner (Foto: dpa)

Potsdam (dpa) - Eine Demonstration zeigt Wirkung: Potsdams Stadtspitze will so schnell wie möglich die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Software-Milliardär Hasso Plattner seine geplante Kunsthalle in der Stadtmitte umsetzen kann. Dafür gilt es vor allem, Probleme um Baurechte eines Schifffahrtsunternehmens zu klären. «Ich sehe aber nicht, dass das Projekt daran scheitert», sagte ein Stadtsprecher am Dienstag. Am Vorabend hatte sich ein Bündnis aus Initiativen, Politikern, Prominenten und Einwohnern deutlich für den Abriss eines Hotelkomplexes zugunsten einer modernen Kunsthalle ausgesprochen. Mäzen Plattner machte daraufhin neue Hoffnung auf die Umsetzung des Projektes in bester Lage.

«Wenn es Lösungen für die Probleme gibt, soll es an mir nicht liegen», sagte er am Montagabend vor rund 1000 Menschen. Der Unternehmer hatte sein Kunstprojekt ursprünglich vis-à-vis des Landtagsneubaus im Lustgarten errichten wollen. Nach erbitterten Protesten zog der 68-Jährige dieses Angebot jedoch zurück und wählte stattdessen ein eigenen Grundstück am Jungfernsee am nördlichen Stadtrand aus.

Das war Anlass für Initiativen, Politiker und Prominente, ihre Stimme zu erheben. Zu den prominenten Rednern gehörten TV-Moderator Günther Jauch, Modedesigner Wolfgang Joop sowie die Schauspieler Nadja Uhl und Jörg Hartmann. «Ich bin beeindruckt, was Potsdam auf die Beine gestellt hat. Das ist eine überwältigende Mehrheit», sagte Plattner bei der Demonstration. Er habe die Anzahl der Gegner seines Projektes überschätzt. «Wir werden uns die Sache noch mal anschauen.»

Nun ist die Stadt am Zuge: Sie muss die Bedingungen dafür schaffen, dass das 17-stöckige Hotel Mercure abgerissen werden kann. Dies ist schon lange Thema, doch bislang fehlte das Geld, um den Eigentümer - eine New Yorker Investmentfirma - auszuzahlen. In Plattners Plänen und dessen Finanzkraft sieht Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) die Chance, die Umgestaltung endlich zu realisieren - zumal das Mietverhältnis für das Hotel zum Jahresende ausläuft.

«Wir sollten uns diese Gelegenheit für die Errichtung einer Kunsthalle in Postdams Mitte nicht entgehen lassen», betonte Jakobs am Dienstag erneut. Die Zeit drängt: Am 15. Juli läuft die Frist zur Abgabe eines Gebots für den Hotelbau ab.

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