Ai Weiwei befürchtet hohe Haftstrafe in China
Peking (dpa) - Der regierungskritische chinesische Künstler Ai Weiwei befürchtet, dass die Behörden in Peking eine langjährige Gefängnisstrafe gegen ihn verhängen könnten.
«Ich habe es mir grob ausgerechnet. Es könnten mehr als 10 Jahre sein», sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.
Die Behörden ermitteln gegen den weltbekannten 55-jährigen Künstler wegen Bigamie, Pornografie und unerlaubten Geldwechsels. Er darf China trotz des Ablaufs einer einjährigen Aufenthaltsbeschränkung nicht verlassen.
Er wisse nur zu gut, dass er jederzeit wieder ohne jegliche Begründung eingesperrt werden könne, so Ai Weiwei. «Sie haben mir gesagt: "Du wirst Deine Mutter niemals wiedersehen und Dein Kind wird zehn oder zwanzig Jahre alt sein und Dich nicht wiedererkennen."» Das habe ihm ein Beamter gedroht, während er festgehalten wurde.
Ihm sei auch direkt gesagt worden, dass die Vorwürfe gegen ihn erhoben wurden, weil er die Staatsmacht unterminiere. «Das haben sie mir direkt gesagt. Ich war erstaunt», sagte der Künstler.
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