Berlin Biennale 2012

Bilanz

7. Berlin Biennale endet am Sonntag

Die Berlin Biennale neigt sich dem Ende entgegen. Viel politische Kunst war zu sehen. Und manche Aktion endete anders als geplant

29.06.2012
Die «Peace Wall» der Künstlerin Nada Prlja auf der Berliner Freidrichstraße im Mai 2012 (Foto: dpa)
Die «Peace Wall» der Künstlerin Nada Prlja auf der Berliner Freidrichstraße im Mai 2012 (Foto: dpa)

Berlin (dpa) - Die Kritiker waren eher verhalten, aber beim Publikum kam die Aktionskunst gut an: Das ist die Bilanz der 7. Berlin Biennale, die an diesem Sonntag endet. Das Festival, eine der großen Schauen zur Gegenwartskunst in Deutschland, zeigte sich so politisch wie nie, wie Sprecher Denhart von Harling bestätigte. «Wir haben vor allem neue Besucher angezogen.»

Als Höhepunkte nannte Harling beispielsweise den Kongress zur Rückkehr von Juden nach Polen (Jewish Renaissance Movement Poland) oder die Aktion gegen einen Rüstungskonzern, die den Export von Panzern nach Saudi-Arabien verhindern sollte. Eine Initiative setzte sich für die Fertigstellung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma ein. Auch Occupy-Aktivisten mischten bei der Biennale mit.

Für Aufsehen sorgte eine Kunstmauer quer über die Berliner Friedrichstraße. Mit der «Peace Wall» wollte die Künstlerin Nada Prlja auf die Kluft zwischen Arm und Reich in dem Viertel aufmerksam machen. Nach Protesten und Anfeindungen stimmte sie dem Abbau zu.

Schlagzeilen vorab machte eine geplante Sammelaktion des umstrittenen Buches «Deutschland schafft sich ab» von Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin. Der tschechische Künstler Martin Zet wollte die Bücher zu einer Installation verarbeiten. Das gab Ärger, weil die Aktion Kritiker an die Bücherverbrennung der Nazis erinnerte. Statt der erhofften 60 000 Exemplare gingen nur ein paar Bücher ein. «Es ist in keiner Weise so geworden, wie der Künstler gedacht hat», sagte Harling.

Für die gängige Kritik sei die Biennale wenig geeignet gewesen, so Harling. Ob das Festival mit seinem Freiraum und der Prozesshaftigkeit eine Wende in der Kunst bedeute, das werde die Kunstgeschichte zeigen.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen war frei. Die von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Biennale wird alle zwei Jahre vom Berliner KW Institute for Contemporary Art organisiert.

Mehr Informationen finden Sie in unserem Dossier zur Berlin Biennale

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