ThyssenKrupp verzichtet auf Bürohaus am Schlossplatz
Kein Glaspalast am Schlossplatz: ThyssenKrupp verzichtet auf seinen Kubus im Herzen Berlins. Der Stahlkonzern beugt sich dem Protest.
Berlin (dpa) - Die als Glaswürfel geplante Berlin-Vertretung des Stahlkonzerns ThyssenKrupp am Schlossplatz wird nicht gebaut. Das Unternehmen habe bei einem Gespräch mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) das Projekt aufgegeben, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Mittwoch mit. An dem Gespräch nahmen auch Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher teil. Gegen den Bau hatte es heftigen Protest gegeben.
In dem Spitzengespräch sei nun vereinbart worden, dass ThyssenKrupp auf das Grundstück am Schlossplatz verzichtet und es an die Stadt Berlin zurückgibt, teilte die Senatsverwaltung weiter mit. Damit könne die städtebauliche Gestaltung des Areals zwischen Spree, Lustgarten, Spreekanal und Marstall neu ausgeschrieben werden.
Der Landesdenkmalrat hatte von einer «massiven Schädigung» der Umgebung des geplanten Humboldtforums gesprochen. Die ThyssenKrupp-Repräsentanz würde das ehemalige Staatsratsgebäude zur Hälfte verdecken. Das Gebäude sei das «bedeutendste bauliche Zeugnis aus der Zeit der DDR im Zentrum Berlins». Auch Kultur-Staatssekretär André Schmitz hatte das Projekt abgelehnt. Der frühere Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Florian Mausbach, hatte den Kubus als «Bild eines seltsam außerirdischen Fremdkörpers» beschrieben.
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