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Kunsthallen-Intendant Fleck geht schon zum Oktober

Nach wochenlangen Querelen setzt der Intendant der Bundeskunsthalle einen Schlusspunkt. Robert Fleck verlässt das Museum bereits im Herbst.

11.07.2012

Bonn (dpa) - Der wegen seiner Ausstellungspraxis heftig kritisierte Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn, Robert Fleck, verlässt das Haus vorzeitig. Er habe um eine Entbindung von seinen Aufgaben bereits zum 1. Oktober gebeten, teilte Fleck am Mittwoch mit. Vor gut zwei Wochen hieß es noch, Fleck werde bis Ablauf seines Vertrages Ende 2013 Chef des bundeseigenen Museums bleiben. Der 55-jährige Fleck begründete seinen vorzeitigen Abschied damit, dass seine Aufgaben als Intendant und als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie sich «als unvereinbar» erwiesen hätten. Er habe sich «seit längerer Zeit entschlossen», sich auf die Akademie zu konzentrieren.

Zuletzt hatte die von Fleck verantwortete Ausstellung von Werken des Künstlers Anselm Kiefer für Ärger gesorgt, weil sie ausschließlich aus einer privaten Sammlung zusammengestellt wurde und bereits in anderen Museen gezeigt worden war. Auch NRW-Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) hatte öffentlich Kritik an Fleck geübt und die Kiefer-Ausstellung als «Kulturbruch» bezeichnet.

Beanstandet wurde auch eine Schau über afrikanische Kunst, deren Kuratorin nach Medienberichten auch Händlerin für die Kunst Afrikas sein soll. Eine Ausstellung von Rosemarie Trockel war ohne Begründung abgesagt worden. Kritiker bemängeln zudem ein fehlendes Profil der Bundeskunsthalle.

Der gebürtige Wiener Fleck hatte 2009 die Leitung der jährlich mit rund 16,5 Millionen Euro vom Bund finanzierten Bundeskunsthalle übernommen. Zuvor war er Direktor der Hamburger Deichtorhallen. Seit diesem Jahr hat Fleck an der Düsseldorfer Akademie eine Professur für Kunst und Öffentlichkeit inne. Den Zeitpunkt seines Rückzugs als Intendant begründete er mit dem am 1.Oktober beginnenden Wintersemester.

Die Bundeskunsthalle wird nach Angaben ihres Pressesprechers Sven Bergmann vorübergehend vom kaufmännischen Direktor Bernhard Spies geführt, bis ein neuer Intendant gefunden ist. Fleck erklärte, die Ausstellungen bis 2013 seien festgelegt, «so dass ich keine Gefahr für die Kontinuität der Bundeskunsthalle sehe».

Unter anderem stellt sich ab Mitte November das Londoner British Museum in der Ausstellung «Schätze der Weltkulturen» vor. Kommendes Frühjahr ist eine Schau zu den Irokesen geplant und ab Juli 2013 die Schau «Kleopatra - die ewige Diva», die das gesellschaftspolitische Bild der legendären letzten Herrscherin Ägyptens bis in die Gegenwart untersucht.

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