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Stammhaus in Hamburg-Harburg

Hanne Darboven Stiftung erwirbt Wohnhaus der Künstlerin

Hanne Darboven zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart. Um ihre Arbeiten wissenschaftlich zu erfassen, hat die Hanne Darboven Stiftung ihr Wohnhaus in Rönneburg zurückgekauft

17.07.2012
Die Künstlerin Hanne Darboven 1994 in Hamburg (Foto: dpa)
Die Künstlerin Hanne Darboven 1994 in Hamburg (Foto: dpa)

Hamburg (dpa) - Die Konzeptkünstlerin Hanne Darboven (1941-2009) hat etwa 450 000 Blätter hinterlassen, allein eines ihrer Hauptwerke, das Requiem, besteht aus 45 000 Seiten. Um ihre Arbeiten wissenschaftlich zu erfassen und der Allgemeinheit zugänglich zu machen, hat die Hanne Darboven Stiftung ihr ehemaliges Wohnhaus in Rönneburg zurückgekauft. Am Mittwoch sollte die Villa bei einer offiziellen Schlüsselübergabe in das Eigentum der Stiftung übergehen. Die öffentlichkeitsscheue Künstlerin lebte dort am Rande von Hamburg-Harburg auf dem Anwesen ihrer Familie, in das sie nach Aufenthalten in Paris und New York 1969 zurückkehrt war.

Hanne Darboven zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart. Nach ihrem Studium in Hamburg setzte sie ihre Ausbildung 1966 in New York fort. Beeinflusst von Künstlern der Minimal Art, fand sie früh zu einer eigenen Ausdrucksform. Bekannt wurde sie durch ihre Schreibzeichnungen, die auf Zahlenoperationen - Ausschreibungen von Ziffern - sowie rhythmischen Linien und Durchstreichungen beruhen. Dabei ging es ihr vor allem um die Strukturierung von verrinnender Zeit und Erinnerung.

Im Erdgeschoss der Villa sollen in Zukunft Ausstellungen und Kulturprogramme für ein öffentliches Publikum zugänglich sein. Im Obergeschoss bietet sich genug Platz, um die Arbeiten wissenschaftlich zu erfassen. Die Evaluierung ihrer Werke ist besonders wichtig für den zwischen 2013 und 2017 geplanten Hanne-Darboven-Ausstellungszyklus, der im Herbst 2013 in den Deichtorhallen Hamburg/Sammlung Falckenberg beginnen wird. Hanne Darboven hat die nach ihr benannte Stiftung im Jahr 2000 gegründet und ihren gesamten künstlerischeren Nachlass der Stiftung vermacht.

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