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"Bestes Kunstprojekt des Jahres"

Russischer Preis für Pussy Riots Punkgebet

Umstritten, skandalös - und jetzt auch als bestes Kunstprojekt ausgezeichnet: Ein russisches Magazin verleiht Pussy Riot wegen eines spektakulären Protests gegen Kremlchef Putin einen Preis

14.09.2012
Kremlgegnerin Nadeschda Tolokonnikowa von der Moskauer Punkband Pussy Riot im Gericht in Moskau (Foto: dpa)
Kremlgegnerin Nadeschda Tolokonnikowa von der Moskauer Punkband Pussy Riot im Gericht in Moskau (Foto: dpa)

Moskau (dpa) - Für ihr umstrittenes Punkgebet gegen Wladimir Putin in einer Moskauer Kirche hat die Band Pussy Riot einen russischen Preis als «bestes Kunstprojekt des Jahres» erhalten. Die undotierte Auszeichnung des Magazins «Snob» für die drei inhaftierten Kremlkritikerinnen gilt als mutiger Schritt. Die Gruppe, die seit März im Gefängnis oder auf der Flucht ist, könne den Preis aus «naheliegenden Gründen» nicht persönlich in Empfang nehmen, sagte die prominente Fernsehmoderatorin Xenia Sobtschak.

Nach der Bekanntgabe riefen einige Zuschauer im Publikum «Schande», wie Medien am Freitag berichteten. «Es war hart, diese Entscheidung zu treffen», sagte die Putin-Gegnerin Sobtschak. «Wir unterstützen die Aktion nicht, aber wir finden, dass Milde notwendig ist.»

Die Grünen im Europaparlament nominierten Pussy Riot unterdessen für den renommierten Sacharow-Preis für geistige Freiheit, mit dem jährlich in Straßburg der Einsatz für Menschenrechte gewürdigt wird. Der Vorschlag zeige, dass das Interesse an dem Fall weiter groß sei, sagte Anwalt Nikolai Polosow der Agentur Interfax. Die bekannte russische Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa kritisierte hingegen, es gebe geeignetere Kandidaten wie etwa Vertreter der Massenproteste gegen Putin.

Nadeschda Tolokonnikowa (22), Maria Aljochina (24) und Jekaterina Samuzewitsch (30) waren nach dem Punkgebet wegen Rowdytums aus religiösem Hass zu je zwei Jahren Straflager verurteilt worden.




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