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Tipps und Termine (21.-23.9.)

Wohin am Wochenende?

Andreas Gursky in Düsseldorf, Kerry James Marshall und "Curated by" in Wien, "C'est la vie" in Dresden, Hermann Glöckner in Rostock, Nicola Samorì in Tübingen, Roberto Matta in Hamburg, "Vidéo Vintage" in Karlsruhe, Jubiläum in Koblenz und Ernst Wilhelm Nay in Bonn

22.09.2012
Der Fotokünstler Andreas Gursky am Donnerstag in Düsseldorf vor seinem Werk "Katar" aus dem Jahr 2012 (Foto: dpa)zur Bilderstrecke
Der Fotokünstler Andreas Gursky am Donnerstag in Düsseldorf vor seinem Werk "Katar" aus dem Jahr 2012 (Foto: dpa)

Andreas Gursky in Düsseldorf
Eine Schau mit neuen und teilweise noch nie gezeigten Werken des weltbekannten Fotokünstlers Andreas Gursky wird ab Sonntag im Düsseldorfer Museum Kunstpalast präsentiert. Gursky (57), der in seiner Heimatstadt Düsseldorf auch Professor für freie Kunst ist, hat 60 Werke für die Ausstellung selbst ausgesucht und gehängt. Im Zentrum steht seine neue zehnteilige Bilderserie "Bangkok", die stärker denn je die Grenzen zur Malerei auslotet. Die großformatigen und am Computer bearbeiteten Fotogemälde eines thailändischen Flusses stellt der in Leipzig geborene Gursky früheren Werken gegenüber. Die Ausstellung "Andreas Gursky" ist retrospektiv bis zum Jahr 1980 angelegt. Der Fotograf verzichtet auf eine chronologische Hängung. Neben einer ganz neuen Arbeit "Katar" (2012), bei der das goldglitzernde Innere eines Flüssiggastanks die Vorlage bildete, werden auch berühmt gewordene Ikonen der Fotokunst gezeigt. Dazu gehört "99 Cent" (1999) mit Supermarktregalen, "Madonna" (2001), die Wohnblöcke von "Paris, Montparnasse" (1993) oder die gemäldehaft bearbeitete Formel 1-Teststrecke in "Bahrain I". (2005). (dpa)
Museum Kunstpalast, 23.9. bis 13.1.2013

Kerry James Marshall in Wien
Seine Historienmalerei aus afroamerikanischer Sicht zählte zu den spannenden Entdeckungen auf der Documenta 10 (1997). Seitdem hat Kerry James Marshall seine stilistisch vielfältigen Gemälde (und mitunter Zeichnungen) auf der Venedig-Biennale 2003 und 2007 wiederum auf der Documenta gezeigt. Marshalls neue Werkserie, die der 1955 in Alabama geborene Maler in der Wiener Secession präsentiert, bezieht sich auf zwei zentrale Referenzen: Barnett Newmans legendäres Bild „Who’s Afraid of Red, Yellow and Blue“ und die Flagge der 1920 gegründeten Universal Negro Improvement Association. Stilelemente der black aesthetics verbinden sich in den Werken mit dem Interesse des Künstlers an den formalen Eigenschaften der Flachheit – zurückgehend bis zur mittelalterlichen Buchmalerei.
Secession, Wien, 21. September bis 25. November

"Curated by" in Wien
Die Wiener Galerien stellen für "Curated by" ihre Räume zur Verfügung, Kuratoren wie Julien Robson, Thomas Locher und Dirk Snauwaert organisieren Ausstellungen. In „The Lovers“ etwa hat der Künstler Dominik Lang, der auch schon auf der Biennale in Venedig 2011 zu sehen war, das Sujet des Liebespaares aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt. Kuratiert wurde die Ausstellung von Karel Cisar, zu sehen in der Galerie Krobath Wien. Die Galerie Raum mit Licht zeigt - kuratiert von Alexander Streitberge -, die Ausstellung „Prozesse“, in der Fotografien nicht als Endpunkt sondern als veränderbare Kunstobjekte zu sehen sind. Von dem Künstler Thomas Klipper sind in der Galerie Christine König im Dialog mit dem Raum großformatige Drucke von Persönlichkeiten aus der Geschichte zu sehen. Kuratiert hat Marius Babias. „Curated by“ eröffnete am Donnerstag parallel zur Messe Vienna fair.
Verschiedene Ausstellungsorte in Wien, bis 25.10

"C'est la vie" in Dresden
Das ganze Leben im Spiegel Alter Meister und moderner Fotografien zeigt ab Samstag eine Sonderschau im Deutschen Hygiene-Museum Dresden. Unter dem Titel "C'est la vie" sind rund 50 Meisterwerke des 14. bis 19. Jahrhunderts aus dem Kölner Wallraff- Richartz-Museum und 80 Bilder aus der Sammlung des Bielefelder Unternehmers Lutz Teutloff im Dialog zu sehen. "Die Zusammenstellung von Malerei und Fotografie ermöglicht eine Begegnung der Künste", sagte Museumsdirektor Klaus Vogel. Die Bilder wurden in neun Themenabschnitten als Paare oder Gruppen arrangiert. Dazu gehören Gemälde von Tizian, Tintoretto oder Floris und Fotos von Robert Lebeck, Helmut Newton oder Herlinde Koelbl. Der Rundgang führt von modernen Schwangeren und Heiligen in freudiger Erwartung über Ecce Homo und leidendem Christus bis zur Bildtradition der Pietà. Ergänzend zur Sonderschau wurde die ständige Ausstellung des Museums zum "Abenteuer Mensch" mit aktueller Videokunst aus der Sammlung Teutloff bestückt. "Das ermöglicht eine Auseinandersetzung der Kunst mit den wissenschaftlichen Exponaten", sagte Vogel. (dpa)
Deutsches Hygiene-Museum Dresden, 22. September bis 7. April 2013
, Eröffnung am Freitag, ab 21 Uhr

Hermann Glöckner in Rostock
Mit Werken des Dresdner Künstlers Hermann Glöckner hat die Kunsthalle Rostock am Freitag nach dreiwöchigem Umbau ihr Erdgeschoss wieder geöffnet. Die Klinkerwände und altertümlichen Lichtanlagen gehören der Vergangenheit an, die Farbe Weiß dominiert das Grafikkabinett. "Zeitgenössische Kunst und vor allem die wertvollen Grafiken benötigen eine besondere Atmosphäre", sagte Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann. So könnten die Blätter und Werke von Glöckner (1889-1987), die weitgehend zum Sammlungsbestand der Kunsthalle gehören, erst richtig ihre Ausstrahlung entfalten. Möglich wurde die Neuinszenierung des Erdgeschosses der Kunsthalle durch eine sechsstellige Spende der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Ostsee-Sparkasse Rostock. (dpa)
Kunsthalle Rostock, 22.9.-6.1.2012, Eröffnung: 21.9., 18 Uhr

Nicola Samorì in Tübingen
Er malt aufwendige Gemälde nach Art der alten Barock-Meister - nur um sie dann wieder zu zerstören. Die Kunsthalle Tübingeneine Werkschau von Nicola Samorì. Es sei die erste museale Einzelausstellung des italienischen Künstlers, teilte das Haus am Donnerstag mit. "Die technischen Fähigkeiten des 35-jährigen Italieners lassen sich an denen der alten Meister der Renaissance oder des Barock messen", teilte Kunsthallen-Kurator Daniel J. Schreiber mit. Mit höchster Präzision vollende er seine Bilder in altmeisterlicher Manier. "Umso schmerzhafter sind die Eingriffe, denen er sie unterzieht: Er verzerrt sie, verschmiert sie mit der Hand, verzieht sie mit dem Spachtel, übermalt sie, bekleckert sie." Letztlich gehe es darum, etwas Neues zu schaffen. In der Ausstellung sind auch einige Original-Barockwerke zusehen, die den Künstler inspiriert haben. (dpa)
Kunsthalle Tübingen, 22.9. bis 2.12, Eröffnung am Freitag um 19 Uhr

Roberto Matta in Hamburg
Der chilenische Künstler Roberto Matta (1911-2002) zählt zu den bedeutendsten Malern des 20. Jahrhunderts. Obwohl seine Werke weltweit in Museen vertreten sind, ist er in Deutschland jedoch wenig bekannt. Das Bucerius Kunstforum in Hamburg widmet dem Künstler eine Retrospektive mit rund 40 großformatigen Werken. Dabei spannt die Ausstellung «Matta. Fiktionen» einen Bogen von den surrealistischen Anfängen bis zu seinen abstrakten Panoramaformaten der 1990er Jahre. Die Ausstellung, die im Anschluss im Museum Frieder Burda, Baden-Baden gezeigt wird, beleuchtet das kosmopolitische Leben Mattas zwischen Santiago de Chile, Paris, Rom und New York. (dpa)
Bucerius Kunstforum, 22.9. bis 6.1.2013

"Vidéo Vintage" in Karlsruhe
Retro-Räume, Retro-Träume und der Blick zurück in die Videokunst der frühen Jahre - das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe zeigt «Vidéo Vintage 1963−1983». Die Ausstellung widmet sich den ersten zwei Jahrzehnten der Videokunst, zutage gefördert aus den Archiven des Pariser Centre Pompidou, das seinerseits die umfassendste Sammlung von Videokunst überhaupt beherbergt. Die 72 im Karlsruher ZKM versammelten Videos von 52 Künstlern sind extrem, dramatisch, intensiv, militant und zeichnen die Geschichte dieser Ausdrucksform nach: «Video als Werkzeug, als 'art tool'», sagte am Donnerstag Mit-Kuratorin Florence Parot. Vertreten sind Künstler wie der Video-Pionier Nam June Paik, Jean-Luc Godard, Joseph Beuys oder Marina Abramovic. Die Besucher können auf Originalmöbeln der 60er- und 70er-Jahre die Filme sehen. (dpa)
ZKM, 22.9. bis 13.1. 2013

Jubiläum in Koblenz
Das Koblenzer Ludwig Museum feiert mit einem Fest an diesem Sonntag sein 20-jähriges Bestehen. Das Sammlerpaar Peter und Irene Ludwig hatte es 1992 gemeinsam mit der Rhein-Mosel-Stadt mit Leihgaben und Schenkungen aus dem eigenen Besitz im historischen Deutschherrenhaus eingerichtet. Mit einem Schwerpunkt auf der Kunst Frankreichs nach 1945 war ein Rahmen festgelegt, der einen Dialog zum Nachbarland und einen Brückenschlag zur Koblenzer Geschichte etablieren sollte, wie das Museum am Deutschen Eck mitteilte. Seit 1992 gab es zahlreiche Ausstellungen, internationale Projekte, Ankäufe, Schenkungen und Umgestaltungen im Außengelände. Beim Festakt am Sonntag können Besucher Teil eines künftigen Fotokunstwerks werden. Die Rheinische Philharmonie spielt "Der gestiefelte Kater". Eine Sonderausstellung zeigt unter anderem eine Installation des französischen Künstlers Patrick Raynaud. Als Gast wird der Künstler und Schauspieler Armin Müller-Stahl erwartet. (dpa)

Ernst Wilhelm Nay in Bonn
Gouachen, Aquarelle und Zeichnungen von Ernst Wilhelm Nay sind in einer großen Überblicksausstellung im Kunstmuseum Bonn zu sehen. Die 150 Arbeiten aus dem Eigentum der Nay Stiftung, aus Museums- und Privatbesitz spiegeln die gesamte Entwicklung Nays von den frühen Lofoten-Bildern bis zu den späten Scheiben-Kompositionen. Die Schau entstand in enger Zusammenarbeit von Museum und Stiftung. Die Ausstellung soll zeigen, dass der 1902 in Berlin geborene und 1968 in Köln gestorbene Künstler neben dem Gemälde die Gouache und das Aquarell als gleichberechtigtes Medium zur Auseinandersetzung mit der Farbe ansah. Nay gilt nach 1945 als der Künstler in Deutschland, der am entschiedensten die Farbe als eigenständige Energie des Bildes umsetzt. Aber auch die frühen Werke, etwa die 1937 entstandenen Lofoten-Bilder, zeigen neben der Kraft eines Landschaftserlebnisses bereits eine neue Intensität der Farbe. In den 50er Jahren entfernt sich Nay immer weiter von der Gegenständlichkeit.
Kunstmuseum Bonn, bis 3. Februar 2013


Weitere Termine für Deutschland, Österreich und die Schweiz finden Sie in unserem Vernissage-Kalender

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Ab nach ... Zürich und Basel Wohin beim Galerienwochenende in Zürich und während der Art Basel? Außerdem: Maurizio Cattelan meldet sich mit einer Soloschau in der Fondation Beyeler zurück - ein Interview. Und: Kuratorin Beatrix Ruf über ihr neues Projekt POOL

Zusätzlich in dieser Ausgabe: Unser Sonderheft zur Biennale Venedig Das Magazin zur Kunstschau des Jahres. Porträt: Anri Sala. Der Künstler stellt im deutschen Pavillon aus. Plus: Massimiliano Gioni, Ai Weiwei

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