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Umzug der Manifesta gefordert

Angesichts des zunehmenden Drucks auf Homosexuelle in Russland fordert eine Online-Petition, dass die zehnte Ausgabe der Manifesta nicht in St. Petersburg stattfindet.

26.08.2013
Die Eremitage in St. Petersburg (Foto: dpa)
Die Eremitage in St. Petersburg (Foto: dpa)

Die Manifesta soll im kommenden Jahr in der Eremitage eröffnen. Die Petition haben bereits 1.500 Unterstützer unterschrieben. Der Aufruf fordert, die Manifesta in St. Petersburg ausfallen zu lassen, zu verschieben oder einen anderen Austragungsort zu suchen. "Es ist wichtig, dass wir eine Botschaft an die russische Regierung senden, dass solche drakonischen Maßnahmen nicht toleriert werden." Die Wanderbiennale findet seit 1996 alle zwei Jahre in einer anderen Region Europas statt.

Hedwig Fijen, die Gründungsdirektorin der Manifesta, nahm zu der Forderung Stellung: „Natürlich sind wir besorgt um das aktuelle konservative Klima. Aber sollten wir alle Länder isolieren, die sich nicht für einen gleichen Standard der Menschenrechte einsetzen? Oder sollten wir viel nicht lieber versuchen, Brücken zu bauen und einen kulturellen Dialog herzustellen?“

Der Direktor des MoMA PS1 und Monopol-Kolumnist, Klaus Biesenbach, unterstützt auf Twitter die Petition und rief zudem zum Boykott der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi auf: „Wir müssen etwas dagegen tun, wenn ein Land schrittweise seine Bürgerrechte zerstört“.

International hatten bereits viele Künstler gegen das von Kremlchef Wladimir Putin unterzeichnete Gesetz gegen "Propaganda" von Homosexualität protestiert. Anfang des Monats rief der britische Schauspieler und Autor Stephen Fry zum Boykott der Olympischen Spiele auf. Der US-amerikanische Moderator Andy Cohen hatte erklärt, nicht von der "Miss Universe"-Show in Moskau zu berichten, da es sich nicht richtig anfühle, "als schwuler Mann einen Fuß nach Russland zu setzen". (monopol/dpa)