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Kunstbiennale 2015

Okwui Enwezor leitet Venedig-Biennale

Der Direktor am Haus der Kunst München, Okwui Enwezor, ist zum künstlerischen Leiter der 56. Kunstbiennale von Venedig ernannt worden

04.12.2013
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Das teilte das Haus der Kunst am Mittwoch mit. Die 56. Biennale findet 2015 statt. Biennale-Präsident Paolo Baratta sagte: "Okwui Enwezors Forschungsschwerpunkt liegt auf dem komplexen Phänomen der Globalisierung und ihren Bezügen zur Verwurzelung im Lokalen. Seine persönliche Erfahrung ist Ausgangspunkt für das geografische Spektrum seiner Analysen, für zeitweiliges Vertiefen von jüngsten Entwicklungen in der Kunstwelt, und für Vielfalt und Reichtum der Gegenwart."

Der 1963 in Nigeria geborene Okwui Enwezor genießt in der internationalen Kunstszene einen hervorragenden Ruf - als Dichter und Kritiker ebenso wie als Ausstellungsmacher. Gerne verbindet der 50-Jährige die Kunst mit aktuellen politischen Debatten. So etwa 2002, als er als künstlerischer Leiter der documenta 11 in Kassel eine Diskussion über die Rahmenbedingungen künstlerischer Produktion auf die Tagesordnung setzte. Das überrascht nicht, hat der gebürtige Nigerianer doch in seiner Wahlheimat New York Literatur und Politikwissenschaften studiert. Seit 2011 ist er Direktor am Haus der Kunst in München.

Zur Kunst sei er eher zufällig gekommen, durch befreundete Künstler und viele Ausstellungsbesuche, erklärte er später. Außerdem war er auf der Suche nach Antworten, die er in der Kunst zu finden hoffte. So machte sich Enwezor nicht nur einen Namen als Lyriker, Essayist und als Literaturkritiker, sondern auch als hervorragender Kenner der zeitgenössischen Kunstszene. Zudem war er Mitbegründer der Zeitschrift "NKA: Journal of Contemporary African Art".

Internationale Aufmerksamkeit brachte Enwezor etwa 1996 eine Ausstellung über afrikanische Fotografen ein, "African Photographers, 1940 - Present", sowie 1997 seine Tätigkeit als künstlerischer Direktor der zweiten Biennale von Johannesburg. Inzwischen saß er in zahlreichen Jurys, kuratierte Ausstellungen und war bei Biennalen etwa in Kairo, Istanbul oder Sevilla aktiv.

Okwui Enwezor sagte zu seiner Ernennung: "In keinem Event und keiner Ausstellung zeitgenössischer Kunst fließen kontinuierlich so viele historische Veränderungen in den Gebieten Kunst, Politik, Technologie und Wirtschaft zusammen wie in der Biennale in Venedig. La Biennale di Venezia ist der ideale Ort um dialektische Bezüge zu erkunden, und die Institution der Biennale selbst wird während der Vorbereitung der Ausstellung eine Quelle der Inspiration sein."

Die diesjährige 55. Biennale war von Massimiliano Gioni kuratiert worden. Der Italiener hatte Wert darauf gelegt, die zeitgenössische Kunst mit klassischen Artefakten zu verbinden und die Grenzen zwischen Profis und Amateuren zu verwischen. Präsident Baratta dankte Gioni. Die Ausstellung habe einen Besucherrekord erzielt, vor allem bei jungen Menschen.

Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) gratulierte Enwezor zu seiner Ernennung: «Dies ist eine außerordentliche Anerkennung seiner Arbeit und reflektiert den internationalen Stellenwert, den Okwui Enwezors Wirken für das Haus der Kunst genießt.»

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